Bericht: Erste Gespräche wegen Qimonda in Asien

4. Februar 2009, 13:02
posten

Laut Zeitung will Insolvenzverwalter auch mit Zulieferern sprechen

In die Investoren-Suche für den insolventen Chip-Hersteller Qimonda scheint Bewegung zu kommen. Qimonda-Insolvenzverwalter Michael Jaffe werde gegen Ende der Woche zu ersten Gesprächen mit potenziellen Kauf-Interessenten nach Asien reisen, berichtete die "Sächsische Zeitung" ohne Nennung von Quellen. Zudem seien Verhandlungen mit Zulieferern von Qimonda geplant. Eine Bestätigung dafür war zunächst nicht zu erhalten.

"Die verlorene Summe entspricht in etwa einem Drittel der jährlichen Subventionen für den Aufbau Ost"

Unterdessen wurden Einzelheiten zur Höhe der bisherigen Subventionen bekannt. Die "Rheinische Post" berichtete, Qimonda habe vom Bund und Land Sachsen allein für den Standort Dresden mit seinen rund 3.000 Beschäftigten insgesamt 218,7 Mio. Euro erhalten. Das Blatt berief sich auf Angaben der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage. "Die verlorene Summe entspricht in etwa einem Drittel der jährlichen Subventionen für den Aufbau Ost", sagte die FDP-Bundestagsabgeordnete Gudrun Kopp der Zeitung zufolge.

Das Beispiel zeige, wie wenig nachhaltig die Subventionsmaschinerie wirke. In Dresden hatten am Vorabend knapp 3.000 Menschen für den Fortbestand von Qimonda demonstriert. Der sächsische Wirtschaftsminister Thomas Jurk sagte einem möglichen neuen Investor erneut die Unterstützung des Bundeslandes zu. Vertreter der IG Metall betonten, es gehe nicht nur um Qimonda, sondern um den Erhalt einer selbstständigen europäischen Halbleiterindustrie. An der Kundgebung nahmen auch Beschäftigte aus München und dem Werk in Portugal teil.

Qimonda hatte vor eineinhalb Wochen Insolvenz angemeldet. Der Insolvenzverwalter hatte deutlich gemacht, dass bis Ende März ein Investor gefunden sein muss. Ansonsten droht endgültig das Aus. (APA/AP)

 

Share if you care.