Mehr Sicherheit für Pflegemittel

4. Februar 2009, 13:05
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Landesinnung Wien der Augenoptiker gibt Tipps für den richtigen Umgang mit Pflegemitteln

US Gesundheitsbehörden fordern gemeinsam mit der American Optometric Association (AOA) und der Contact Lens Association of Ophthalmologist fordern höhere und striktere Standards für Kontaktlinsen-Pflegemittel. Sicherheit und Effektivität von Kontaktlinsen und Kontaktlinsen-Pflegemitteln sollen so gemäß Medizinproduktegesetz für Konsumenten erhöht werden. Gefordert werden strengere Richtlinien für die so genannten "no-rub" Produkte und der "all-in-one" Kontaktlinsenpflegemittel ebenso wie längere und genauere Testungen bevor die Produkte auf den Markt kommen.

Noch genauere Produktbeschreibungen


Bei der herkömmlichen Kontaktlinsenpflege wird das manuelle Reinigen der Kontaktlinsenoberfläche mittels eines Oberflächenreinigers empfohlen, heißt es in einer Aussendung der Landesinnung Wien der Augenoptiker. "No-rub" wolle diesen Schritt ersetzen. Das bedeutet, dass die manuelle Reinigung durch einen Abspülschritt ersetzt wird, bevor die Kontaktlinse in eine Desinfektionslösung gelegt wird.

Werden die Herstellerempfehlungen aber nicht konsequent eingehalten, bestehe das Risiko einer Infektion. Auf Kontaktlinsen und Behältern bildet sich im Laufe der Zeit ein Biofilm, der aus Rückständen des Tränenfilms und aus Komponenten der Aufbewahrungslösungen besteht. Dieser Biofilm ermöglicht es jenen Keimen, die in "no- rub" Mitteln nicht ausreichend getestet sind, sich zu vermehren.

Testverfahren erweitern

Um die Konsumenten vor Infektionen oder anderen Komplikationen zu bewahren, drängt die AOA gemeinsam mit anderen relevanten Organisationen, die gegenwärtigen Testverfahren für Kontaktlinsen-Pflegemittel entsprechend den neuesten Erkenntnissen zu erweitern. Auch sollen die mikrobiologischen Testmethoden die Alltagswirklichkeit besser berücksichtigen beziehungsweise simulieren. Das heißt, die Möglichkeit, dass sich Kontaktlinsenträger nicht genau an die Pflegevorschriften halten, soll einkalkuliert werden. Der Schutz gegen Infektionen soll gewährleistet sein.

Das Fazit für Anton Koller, Landesinnungsmeister Wien, liegt in der genauen Aufklärung und Handhabung der Kontaktlinsen und ihrer Pflegemittel durch die Augenoptiker und Optometristen. Die Kontaktlinse sei ein Medizinprodukt, das zur Erhaltung der Gesundheit des Auges dient.

Internationale und nationale Empfehlungen:

  • Vor der Handhabung mit Kontaktlinsen stets die Hände waschen.
  • Vorsichtige und regelmäßige Reinigung der Kontaktlinsen, Reiben der Kontaktlinsen mit den Fingern und gründliches Abspülen bevor die Linsen über Nacht zur Gänze abgedeckt in eine ausreichende Mehrzwecklösung gelegt werden.
  • Aufbewahrung der Linsen in einem entsprechenden Behälter, der mindestens alle drei Monate ausgetauscht werden sollte. Den Aufbewahrungsbehälter nach Gebrauch stets auswaschen und geöffnet lufttrocknen lassen
  • Nur Produkte verwenden, die vom Augenoptiker und Optometristen empfohlen werden. Salzhaltige Lösungen und sogenannte "rewetting"-Tropfen sind zur Desinfektion von Kontaktlinsen ungeeignet
  • Nur frische Kontaktlinsen-Pflegemittel verwenden. Kontaktmittellösungen müssen gemäß dem Herstellerhinweis ausgetauscht werden, auch wenn die Linsen nicht täglich verwendet werden
  • Immer den Empfehlungen des Augenoptikers und Optometristen hinsichtlich der Aktualität Ihrer Kontaktlinsen folgen.
  • Entfernen der Kontaktlinsen vor dem Schwimmen und Saunieren.
  • Ein- bis zweimal pro Jahr eine umfassende Augenüberprüfung (red, derStandard.at)
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