Protest gegen Kauf von CableRunner durch die Telekom Austria nimmt zu

4. Februar 2009, 12:50
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VAT-Thoma: Telekom-Regulierungsbehörde ist "Schutzmacht der Telekom Austria"

Der Kauf des Infrastrukturunternehmens CableRunner Austria durch die Telekom Austria verärgert die Mitbewerber zusehends. Nachdem sich bereits in der Vorwoche der Internetverband ISPA zu Wort gemeldet hat, deponierte der Verband der Alternativen Telekom-Anbieter (VAT) ebenfalls seinen Unmut. Die Übernahme des Verkabelungsanbieters führe zu einer "weiteren dramatischen Konzentration bei Telekom-Infrastruktur", so VAT-Präsident und "3"-Chef Berthold Thoma am Mittwoch in einer Aussendung.

"Schutzmacht der Telekom Austria"

Er greift die Telekom-Regulierungsbehörde RTR scharf an und bezeichnet sie als "Schutzmacht der Telekom Austria". Die Mitbewerber der teilstaatlichen Telekom mutmaßen seit Öffnung des Marktes, der Staat schütze das Unternehmen, um von dessen Dividende zu profitieren. Die RTR selbst hat immer auf ihre Unabhängigkeit gepocht. Thoma sieht nun den Gesetzgeber gefordert, "die überfällige und im aktuellen Regierungsprogramm versprochene Stärkung der Bundeswettbewerbsbehörde" zu veranlassen.

"Der Marktanteil von Telekom Austria beträgt bei Breitband in Wien weniger als 20 Prozent. Nur mehr 17 Prozent ist der Marktanteil bei den Sprachminuten"

Die Telekom hatte bereits vergangene Wochen den Vorwurf des Ausnutzens der Marktmacht zurück gewiesen. "Der Marktanteil von Telekom Austria beträgt bei Breitband in Wien weniger als 20 Prozent. Nur mehr 17 Prozent ist der Marktanteil bei den Sprachminuten", so Telekom-Sprecher Martin Bredl. Nicht erwähnt wurde, dass die Tochter Mobilkom Austria Marktführer im Mobilfunk und somit bei mobilem Breitband und mobilen Sprachminuten ist. (APA)

 

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