Europas Dienstleister mit stärksten Preissenkungen seit Erhebung

4. Februar 2009, 11:27
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Berlin - Die Dienstleister der Euro-Zone versuchen ihr lahmendes Geschäft mit kräftigen Preissenkungen wieder in Schwung zu bringen. Die Preise fielen im Jänner so stark wie noch nie seit Beginn der monatlichen Umfrage unter 2.000 Einkaufsmanagern im Juli 1998, wie die Marktforscher von Markit 1998 am Mittwoch mitteilten. "Weil die Nachfrage von Privat- und Geschäftskunden nach Dienstleistungen weiter sinkt, hält eine steigende Zahl von Firmen mit Preissenkungen dagegen", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Damit sollen möglichst viele Kunden bei der Stange gehalten werden.

Dennoch liefen die Geschäfte zu Jahresbeginn erneut miserabel. Der Einkaufsmanagerindex fiel mit 42,2 (Erstschätzung: 42,5) Punkten fast so schlecht aus wie im Dezember, als mit 42,1 Zählern ein Rekordtief erreicht wurde. Erst ab Werten von 50 Punkten signalisiert der viel beachtete Indikator ein Wachstum. In allen vier großen Euro-Ländern ging es bergab: In Deutschland und Spanien sogar noch schneller als zuletzt, in Frankreich und Italien etwas langsamer.

Erleichtert wurden den Dienstleistern die Preissenkungen durch sinkende Kosten. Diese fielen im Jänner bereits den siebenten Monat in Folge und erreichten den niedrigsten Wert seit fünfeinhalb Jahren. Ein Grund dafür sind sinkende Energiepreise.

Eine baldige Belebung der Geschäfte ist nicht in Sicht. Die Neuaufträge fielen bereits den achten Monat in Folge. Der Rückgang war der zweitstärkste seit Umfragebeginn. Wegen der Rezession würden viele Kunden sparen, hieß es. Die Dienstleister bauten deshalb erneut Arbeitsplätze ab. Auch in der Industrie liefen die Geschäfte sehr schlecht. Der Markit-Composite-Index, der Dienstleister und Verarbeitendes Gewerbe zusammenfasst, blieb mit 38,3 Zählern deutlich unter der Wachstumsgrenze von 50. Er hielt sich damit nur um 0,1 Punkte über dem im Dezember erreichten Rekordtief. (APA/Reuters)

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