Eishaie als alternative "Bioheizung"

4. Februar 2009, 10:45
14 Postings

Für Fischer ist der Grönlandhai ein fressendes Ärgernis, weil sein Fleisch nicht genießbar ist

Nuuk/Kopenhagen - Die rund 2.800 Einwohner der westgrönländische Gemeinde Uumannaq könnten in Zukunft mit den Fettdepots des Eishais heizen.

Die Technische Universität von Dänemark (DTU) in Lyngby untersucht derzeit, wie man die Überreste der Tiere in Biogas umwandeln kann. Bisher werden die Haikadaver größtenteils ins Meer "entsorgt". Der Fischabfall macht 50 Prozent des Gesamtmülls der Gemeinde aus. Die Gemeinde lebt vom Tourismus und dem Fischfang.

Die Eishai-Abfälle könnten Ummannaq künftig sowohl mit Wärme als auch mit elektrischem Strom versorgen. Die Forscherin Marianne Willemoes Jörgensen bezeichnete das Haifischfett als Teil einer "umweltfreundlichen Gesamtlösung" für die Energieversorgung der entlegenen Kommune. Sie schätzt, dass rund 13 Prozent des Energiebedarfs von Uumannaq künftig mit den Haifischresten bestritten werden könnte, erklärte die Wissenschafterin im Wissenschaftsportal videnskap.dk.

Der zur Familie der Dornhaie zählende, auch Grönlandhai genannte Eishai wird bis zu sieben Meter lang und bis zu 700 Kilo schwer. Er gilt unter den grönländischen Fischern als großes Ärgernis: Die als träge geltenden Meeresräuber sind dafür berüchtigt, dass sie besonders große Mengen Fisch vertilgen und sogar noch aus den Netzen fressen. Sie besitzen ein sogar für Schlittenhunde völlig ungenießbares Fleisch. (APA)

 

Share if you care.