Motorola schockt mit hohem Verlust und trübem Ausblick

4. Februar 2009, 09:41
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Mehrere tausend Arbeitsplätze sollen wegfallen

Der angeschlagene US-Handyhersteller Motorola hat wegen hoher Abschreibungen im Weihnachtsquartal einen Milliardenverlust verbucht. Die Aktionäre müssen deshalb auf eine Ausschüttung verzichten und ein neuer Finanzchef soll das Ruder übernehmen. Für das erste Quartal prognostizierte Motorola zudem einen mindestens doppelt so hohen Verlust wie von Analysten erwartet. Die Investoren erfreute dies alles ganz und gar nicht. Die Motorola-Aktie notierte knapp neun Prozent im Minus.

Sparrunde

Motorola hatte die Märkte bereits im Oktober auf weiter schwache Geschäfte eingestellt und eine neue Sparrunde angekündigt. Mehrere tausend Arbeitsplätze, vornehmlich in der Mobilfunksparte sollen wegfallen. Doch kam es noch viel schlimmer als befürchtet. Mitte Jänner hatte Motorola für das vierte Quartal einen Verlust je Aktie von 0,07 bis 0,08 Dollar angekündigt. Nun berichtete der Konzern einen Nettoverlust von 1,57 Dollar pro Aktie - in Summe 3,6 Mrd. Dollar (2,80 Mrd. Euro). Vor einem Jahr hatte Motorola noch 100 Mio. Dollar verdient. Ohne Sondereffekte wie Abschreibungen lag der Verlust bei einem Cent pro Aktie und damit niedriger als von Analysten erwartet. Der Umsatz sank wie von den Experten in etwa erwartet um rund ein Viertel auf 7,1 Mrd. Dollar.

Trüber Ausblick

Was die Märkte besonders schockte war der Ausblick von Motorola, der Befürchtungen weckte, nicht nur die Handy-Sparte des Konzerns habe Probleme, sondern auch das restliche Geschäft. Motorola stellt auch Set-Top-Boxen für Fernseher her und ist Ausrüster für die Mobilfunkbranche. Für die ersten drei Monate kündigte Motorola einen Verlust zwischen zehn und zwölf Cent je Aktie an, Analysten hatten im Schnitt mit fünf Cent gerechnet. Die Mobilfunksparte von Motorola musste im vierten Quartal einen Umsatzrückgang um 51 Prozent verkraften, der operative Verlust stieg auf 595 von 388 Mio. Dollar. Motorola verliert schon länger an Boden, im vierten Quartal kam der Handy-Hersteller weltweit nur noch auf Platz fünf. Es fehlt an einem zugkräftigen Gerät, das mit Nokia, Samsung Electronics, LG Electronics oder Sony Ericsson konkurrieren kann. Zusätzlicher Druck kommt von Apple's iPhone. Die Netzwerksparte verbuchte einen Umsatzrückgang von fünf Prozent. (APA/Reuters)

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