Electronic Arts tief in den roten Zahlen

4. Februar 2009, 09:23
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Gut jeder zehnte Job soll gestrichen werden

Der amerikanische Computerspiele-Entwickler Electronic Arts (EA) streicht nach einem schwachen Quartal mit hohen Verlusten mehr als jede zehnte Stelle. Mit 1.100 Arbeitsplätzen fallen elf Prozent der Jobs weg, wie das Unternehmen am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. In dem Ende Dezember abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal schoss der Verlust - vor allem durch Abschreibungen - auf 641 Millionen Dollar (499 Mio. Euro) in die Höhe. Der Umsatz legte zugleich um zehn Prozent auf 1,65 Milliarden Dollar zu.

Minus

EA rutscht damit immer tiefer in die roten Zahlen, nach neun Monaten hat sich bereits ein Minus von gut einer Milliarde Dollar angesammelt. Nach dem Verlust von 310 Millionen Dollar im Quartal davor hatte der Konzern bereits den Abbau von 500 bis 600 Arbeitsplätzen angekündigt. Es war zunächst unklar, ob diese Stellenstreichungen in der neuen Zahl von 1.100 Jobs bereits enthalten sind. EA hatte bereits im Dezember angesichts eines enttäuschenden Weihnachtsgeschäfts deutliche Einschnitte in Aussicht gestellt.

Im dritten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres hatte sich der Verlust mit 33 Millionen Dollar noch relativ in Grenzen gehalten. Diesmal schlug allein eine Abschreibung auf den Wert des Handyspiele-Geschäfts mit 368 Millionen Dollar zu Buche. Der Bereich kam dabei auf Umsätze von 50 Millionen Dollar, ein Plus von 28 Prozent.

Verschiebungen

Da das Geschäft von EA schlechter läuft als erwartet und mehrere wichtige Spiele aufgeschoben wurden, senkte der Konzern die Prognosen für das Geschäftsjahr. Das Unternehmen hat Spiele wie "FIFA 09", "Rock Band" oder "Need for Speed" im Angebot. Den Start mehrerer potenzieller Hits wie "The Sims 3" hatte EA ins nächste Geschäftsjahr verschoben.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten mit 1,90 Milliarden Dollar an Umsatzerlösen gerechnet. Der Verlust je Aktie betrug zwei Dollar nach zehn Cent im Vorjahr. Ausschließlich Restrukturierungskosten und weiterer Sonderposten verbuchte der Konzern ein Plus von 56 Cent je Aktie, was aber ebenfalls deutlich unter den Analystenerwartungen von 88 Cent blieb. Die EA-Aktie gab nachbörslich drei Prozent ab. (APA/dpa/Reuters)

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