Salzburgs freie Radiofabrik steht vor der Stilllegung

3. Februar 2009, 18:20
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Das operative Budget werde unter 200.000 Euro sinken - Kündigungen drohen

Salzburg - Die Radiofabrik, größtes freies Radio Westösterreichs, ist in ernsten finanziellen Schwierigkeiten: Das operative Budget werde unter 200.000 Euro sinken, sagt Radiofabrik-Chef Alf Altendorf. 250.000 Euro waren es im Vorjahr, Kündigungen drohen. Durch den Verzicht auf Nachbesetzungen habe man das Personal schon von 4,5 auf 3,5 Vollzeitstellen reduziert. In die Infrastruktur habe man jahrelang nichts mehr stecken können, sagt Altendorf: "Wir haben lauter kaputte Computer. Mit Müh und Not konnten wir uns einen neuen Drucker leisten."

Schuld an der Misere sei die riskante Finanzierungsstruktur mit bis zu 70 Prozent der Einnahmen aus unsicheren EU-Projekten. Damit soll jetzt Schluss sein: Die Radiofabrik fordert in einer Petition an den Salzburger Landtag eine mittelfristige Fördervereinbarung "auf sinnvollem Niveau". Langfristig solle die Radiofabrik einen Teil der Landesabgabe zur Rundfunkgebühr bekommen. Aus diesem Titel fließen jährlich über sechs Millionen Euro ins Landesbudget. Für die Petition sammeln die Radiomacher kurz vor der Landtagswahl am 1. März Unterschriften, "mehrere tausend" seien das Ziel, sagt Altendorf.

Salzburgs Finanz- und Kulturreferent, Landeshauptfrau-Stellvertreter David Brenner (SPÖ) zeigt sich gesprächsbereit: Er "möchte das Thema in die Verhandlungen über die Bildung einer neuen Regierung einbringen", heißt es aus seinem Büro. Im Übrigen habe er die Jahressubvention von 14.000 Euro 2008 auf 21.000 Euro 2009 erhöht. (DER STANDARD; Printausgabe, 4.2.2009)

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