Weltweit werden Schutzwälle gebaut

3. Februar 2009, 17:31
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Beim Weltwirtschaftsforum in Davos war die Renaissance des Protektionismus in der Krise eines der Hauptthemen. Angesichts der milliardenschweren Konjunkturpakete in den Industrieländern - am Dienstag kündigte Australien etwa an, 42 Milliarden australische Dollar (20,8 Milliarden Euro) in die Wirtschaft zu pumpen - sehen sich Schwellenländer dazu genötigt, im Gegenzug wieder Schutzwälle hochzuziehen.

Indiens Handelsminister Kamal Nath sagte etwa: "Sollten Regierungen ihre nicht wettbewerbsfähigen Produktionsanlagen beschützen, ist das kein fairer Handel. Wenn wir ein solches Vorgehen beobachten, wird Indien gezwungen sein, auch entsprechende Maßnahmen gegen diese Länder zu ergreifen, die für niemanden gut sind." Indien erhöhte bereits die Zolltarife für Stahl.

Die Maßnahme dürfte vor allem gegen China gerichtet sein. Chinas Regierungschef Wen Jiabao sagte, dass jede Form von Protektionismus die Rezession verschlimmern werde. Wen hielt auf allen Stationen seiner derzeitigen Europareise Abschiedsgeschenke bereit. Er werde eine Einkaufsdelegation aus Peking in die EU-Länder schicken, um mehr europäische Produkte und Technologien einzuführen, versprach er. China muss seinen weltweit größten Handelspartner besänftigen, auch weil im Dezember krisenbedingt Chinas Ausfuhren um 2,8 Prozent, die Einfuhren aber gleich um 21,3 Prozent einbrachen. (Reuters, red, erl, DER STANDARD, Printausgabe, 4.2.2009)

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