Autozulieferer Edscha ist pleite

3. Februar 2009, 17:26
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Berlin - In Deutschland ist ein weiterer Autozulieferer zahlungsunfähig. Der 1870 gegründete Remscheider Traditionsbetrieb Edscha (europaweit 4200 Mitarbeiter, spezialisiert auf Türscharniere, Cabrio-Dächer und Pedalwerke) hat beim Amtsgericht Wuppertal einen Insolvenzantrag gestellt. In den vergangenen Tagen hatte Edscha-Eigentümer Carlyle, einer der weltgrößten Finanzinvestoren, erfolglos mit Banken und Autobauern verhandelt.

Schon im Dezember waren der unterfränkische Autozulieferer Wagon Automotive und das nordrhein-westfälische Unternehmen Tedrive zahlungsunfähig. Und der Heilbronner Autogetriebehersteller Getrag hat angekündigt, 345 Stellen abzubauen. In Deutschland sind bei mehr als 500 Autozulieferern rund 328.000 Menschen beschäftigt. Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer rechnet damit, dass sich diese Zahl in den nächsten Jahren drastisch reduzieren könnte: "Wenn sich die Krise verschlimmert und die Zulieferer keine Hilfe bekommen, könnten 20 bis 25 Prozent der deutschen Zulieferer wegfallen."

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat kurz einen Rettungsfonds für Zulieferer erwogen, diese Pläne aber wieder verworfen. Es gab zu viele Widerstände bei den Herstellern, die selbst unter den Einbrüchen am Automobilmarkt leiden, zudem wettbewerbsrechtliche Bedenken.

Der fränkische Autozulieferer Schaeffler schickt nun zwei Drittel seiner 31.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit. 20.000 Mitarbeiter werden ein halbes Jahr lang nur vier Tage lang arbeiten. (bau, DER STANDARD, Printausgabe, 4.2.2009)

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