Rege österreichische Beteiligung bei Filmfestspielen

3. Februar 2009, 17:02
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"Der Knochenmann" und "Das Vaterspiel" im Panorama, "Universalove" als Nachzügler

Wien/Berlin - Drei Wochen, bevor sich alle filminteressierten Augen auf Los Angeles und die Oscar-Verleihung richten, steht Berlin wieder für zehn Tage im Mittelpunkt des Kino-Geschehens. Ab Donnerstag (5.2.) finden die 59. Internationalen Filmfestspiele in der deutschen Hauptstadt statt - und durchaus mit reger österreichischer Beteiligung. Wolfgang Murnbergers "Der Knochenmann" und Michael Glawoggers "Das Vaterspiel" laufen in der Panorama-Reihe, Thomas Woschitz nimmt als Max-Ophüls-Preisträger mit "Universalove" als Nachzügler am Festival teil. Das Filmmuseum verhilft der Berlinale zur Wiederentdeckung des kanadisch-österreichischen Filmemachers John Cook. Und Birgit Minichmayr und Franziska Weisz spielen jeweils gleich in zwei Filmen mit.

Der Knochenmann

Minichmayr ist neben Josef Hader, Josef Bierbichler und Simon Schwarz in der schwarzen Komödie "Der Knochenmann" (Premiere: 9.2.) zu sehen. Murnberger hat dafür nach "Komm, süßer Tod" und "Silentium" den dritten Wolf-Haas-Roman rund um den Privatdetektiv Brenner verfilmt. Außerdem stand Minichmayr auch im deutschen Wettbewerbs-Beitrag "Alle anderen" von Maren Ade (Premiere: 9.2.) gemeinsam mit Lars Eidinger, Hans Jochen Wagner und Nicole Marischka vor der Kamera. Der intime Liebesfilm dreht sich um die Begegnung zweier Paare im Urlaub, die bei einer der beiden Beziehungen zur emotionalen Orientierungslosigkeit führt.

Das Vaterspiel

Weisz spielt im zweiten österreichischen Panorama-Film "Das Vaterspiel" (Premiere: 8.2.) die Tochter von Christian Tramitz und die Schwester von Helmut Köpping. Glawogger hat den Josef-Haslinger-Roman "Das Vaterspiel" verfilmt und es damit in die rund 50 Filme umfassende wichtige Nebenschiene der Berlinale geschafft. Daneben ist Weisz auch in "Distanz" von Thomas Sieben (Premiere: 6.2.) neben Ken Duken und Josef Heynert zu sehen. In dem Beitrag zur "Perspektive Deutsches Kino" dreht sich alles um den Gärtner Daniel, der in seinem fast regungslosen Alltag immer wieder wahllos Gewalttaten verübt, sich aber dann in die neue Kollegin Jana verliebt.

Universalove

Erst am vergangenen Wochenende ist mit "Universalove" von Thomas Woschitz ein dritter österreichischer Film in das Berlinale-Programm aufgenommen worden. Woschitz hat beim 30. Max Ophüls Festival für seinen "lebensklugen Blick auf die Liebe" den Hauptpreis gewonnen und wird daher in der "Perspektive Deutsches Kino" am letzten Tag des Festivals (15.2.) präsentiert. Im Forum Expanded stellt Heinz Emigholz seinen jüngsten Film "Sense of Architecture" (6.2., inklusive Buchpräsentation 7.2.) vor, im Forum sind zudem die israelisch-österreichische Doku "Hashmatsa" von Yoav Shamir (6.2.) und Harun Farockis deutsch-österreichische Produktion "Zum Vergleich" zu sehen.

Short Cut To Hollywood

Mit österreichischen Geldern entstand die deutsch-österreichisch-amerikanische Koproduktion "Short Cut To Hollywood" von Marcus Mittermeier und Jan Henrik Stahlberg (als minoritärer Partner fungierte die Wiener Firma ArtDeluxe), die am Sonntag (8.2.) im Panorama ihre Premiere feiert. In der historischen Panorama-Sektion erfährt Andre Hellers und Othmar Schmiderers Film "Im toten Winkel - Hitlers Sekretärin" (2001) als Publikumspreisträger eine Wiederaufführung (10.2.), in der Werkschau "German Cinema" wird zudem "Nordwand" von Philipp Stölzl (9.2.) für Akkreditierte noch einmal gezeigt. Und das Österreichische Filmmuseum stellt in einem Spezialprogramm zwei restaurierte Filme aus den 70er Jahren in Berlin vor: "Langsamer Sommer" (1974-76) und "Schwitzkasten" (1978) werden am 7. und 8. bzw. 14. und 15. Februar im Arsenal bzw. im Delphi Filmpalast zu sehen sein. (APA)

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