Heimische Finanzdienstleister drohen HSBC mit Mittelabzug

3. Februar 2009, 16:36
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"FTD": Österreichische und deutsche Vermögensverwalter warnen in offenem Brief vor Flächenbrand - Morgen Anhörung im US-Kongress

Frankfurt/Wien - Mehrere Maklerpools von Finanzdienstleistern aus Österreich und Deutschland drohen der britischen Bank HSBC wegen des Madoff-Skandals mit Mittelabzug aus deren Investmentfonds, berichtete die "Financial Times Deutschland" ("FTD") am Dienstag. Sechs Firmen, darunter die größten deutschen Anbieter Jung, DMS & Cie. sowie BCA halten HSBC in einem offenen Brief an die Geschäftsführung der deutschen Dependance von HSBC Trinkhaus vor, sich als Depotbank von Madoff-Fonds aus der Verantwortung zu stehlen.

Sollten die Bank der Verantwortung nicht gerecht werden, wollen die Vermögensverwalter Anleger und Investmentberater darauf hinweisen, dass es sich bei HSBC um eine "unsichere Depotbank" handle. "Dies kann dann zu einer Verkaufswelle bei Ihren Wertpapierfonds führen", drohen sie laut Zeitung in einem gestern Abend veröffentlichten Brief. Die Verfasser warnen außerdem vor einem "Flächenbrand in der gesamten europäischen Fondsindustrie". Seitens der HSBC Trinkhaus hieß es, man habe den Dialog mit den Kunden aufgenommen.

Nach "FTD"-Informationen haben neben den Verwaltern von rund 40 Investmentfonds auch eine große Zahl von Vermögensverwaltern und "Family Offices" reicher Privatpersonen bei den in den Skandal verwickelten Fonds "Thema International" sowie "Herald USA" zugegriffen. Sie sind laut "FTD" zusammen über 1 Mrd. Euro groß und wie berichtet von der Anteilsrücknahme ausgesetzt. Auch die angeschlagene Wiener Bank Medici vermittelte die beiden Fonds.

Eine Umfrage des deutschen Branchenverbandes BVI unter seinen Mitgliedern hat Medienberichten zufolge ergeben, dass rund 220 Mio. Euro in Investmentfonds nach europäischem Recht angelegt wurden, die Madoff zuzuordnen sind. Verluste von Nicht-BVI-Mitgliedern sind hier nicht dazugezählt.

Morgen, Mittwoch, will sich der US-Kongress im Rahmen einer Anhörung des Finanzausschusses ein zweites Mal mit der Rolle der Behörden bei dem mutmaßlichen Milliardenbetrugsfall um Bernard Madoff beschäftigen. (APA)

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