"Nun hängen Trauben noch höher"

3. Februar 2009, 20:49
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1:2 zum Auftakt des Playoffs gegen Slowenien macht Duell gegen Abstieg wahrscheinlich - Hofmanova/Klemenschits punkteten im Doppel

Tallinn - Das österreichische Tennis-Damen-Nationalteam hat am Mittwoch zum Fed-Cup-Auftakt der Europa/Afrika-Zone I in Tallinn eine vielleicht folgenschwere 1:2-Niederlage gegen Slowenien kassiert. Zwar hat die ÖTV-Equipe am Donnerstag und Freitag noch die Gruppe-C-Partien gegen Dänemark (15.00) bzw. Weißrussland zu bestreiten, doch die Sloweninnen waren noch am ehesten in Reichweite der Österreicherinnen. Wird es der letzte Gruppenplatz, geht es in einem Match gegen den Abstieg.

Der Länderkampf gegen Slowenien begann im Coral Tennisclub für die Österreicherinnen ganz schlecht, die der Burgenländerin Nikola Hofmanova vorgezogene Oberösterreicherin Melanie Klaffner bezog gegen Masa Zec-Peskiric eine empfindliche 0:6,2:6-Niederlage. "Ich bin sehr enttäuscht und kann mir diese Leistung nicht erklären", meinte Klaffner nach ihrer fehlerhaften Darbietung. "Ich habe nur den Ball ins Feld gespielt."

Vor zwei Jahren hatte die heute 18-Jährige gegen Zec-Peskiric schon gewonnen, diesmal spielten ihr aber offenbar die Nerven einen Streich. Die Slowenin ist als Weltranglisten-137. allerdings aktuell klar besser gereiht als die WTA-281. ÖTV-Kapitän Alfred Tesar: "Melanie war zu nervös und sehr unsicher. Man hat gesehen, dass ihr noch einiges zum Niveau von Spielerinnen fehlt, die in den Top 150 stehen."

Patricia Mayr zeigte hingegen eine viel ansprechendere Leistung, was sie aber gegen die 32 Ränge hinter ihr rangierende Andreja Klepac nicht vor einer 5:7,6:1,3:6-Niederlage bewahrte. Im ersten Satz glückte der Slowenin das Break zum 6.5, ehe Mayr viel initiativer wurde und nach Sätzen ausglich. Nach einem 0:3-Rückstand servierte die 22-Jährige im entscheidenden Durchgang auf das 3:3, kassierte in Folge eines Fußfehlers jedoch ein weiteres Break.

"Die Fußfehler-Entscheidung hat mich einige Zeit aus der Bahn geworfen", erklärte die an einer Muskelverhärtung im rechten Oberschenkel laborierende Mayr, nachdem Klepac nach 2:37 Spielzeit ihren vierten Matchball verwertet hatte. "Ich habe aber für die Mannschaft alles gegeben und alles probiert. Wir dürfen jetzt aber trotz dieser Niederlage unsere Köpfe nicht hängen lassen und müssen alles probieren, um den Abstieg abzuwenden."

Tesar lobte die Leistung Mayrs und war auch mit der "erfrischenden" Vorstellung von Hofmanova und Sandra Klemenschits im abschließenden Doppel zufrieden, das ÖTV-Duo sorgte mit 3:6,6:2,6:3 für den Ehrenpunkt. Dennoch musste sich Tesar schon auf das drohende Spiel am Samstag gegen einen anderen Gruppenletzten gegen den Abstieg einstellen. "Wir müssen realistisch bleiben. Gegen Weißrussland und Dänemark hängen die Trauben noch höher."

Im zweiten Spiel der Gruppe besiegte Weißrussland Dänemark 2:1, wobei die Dänin Caroline Wozniacki das Spitzenspiel gegen Wictoria Asarenka 6:3,6:3 gewann. Die anderen beiden Spiele gingen aber an Weißrussland. (APA)

 

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