Verkauf des Wiener Palais Auersperg abgesagt

3. Februar 2009, 16:11
posten

Ende November hätte schon ein Käufer feststehen sollen, jetzt wurde der Verkaufsprozess offiziell eingestellt, weil die Immobilie in der Zwischenzeit nun wesentlich lukrativer geworden ist

Wien - Der Verkauf des Wiener Prunkpalais Auersperg ist wegen der Finanzkrise zurückgezogen worden. Grund ist aber nicht mangelndes Interesse auf Käuferseite, sondern auf der Verkäuferseite. Das Verhältnis der Einnahmen zu den Finanzierungskosten habe sich nämlich dramatisch verbessert, erklärt Berndt Kretschmer vom Salzburger Immobilientreuhänder Stiller & Hohla. "Das Zinsniveau hat sich so entwickelt, dass es mehr Sinn macht, die Immobilie zu halten, anstatt sie zu verkaufen."

Weiter gesprächsbereit

So sei zwar grundsätzlich der Bedarf verschiedener Interessenten vorhanden gewesen, es habe sich für die Verkäuferseite - zwei in Liechtenstein ansässige Firmen, die im Eigentum von EU-Bürgern sind - aber die Frage gestellt, wie ein etwaiger Erlös zu veranlagen sei. Das gelte übrigens allgemein für den Immobilienmarkt, betonte Kretschmer: "Wir spüren im Moment dank der Finanzkrise nur eine Verknappung auf der Verkäuferseite." Deshalb habe man nun den Auersperg-Verkaufsprozess offiziell beendet - was nicht bedeute, dass man nicht weiterhin gesprächsbereit sei.

Mittlerweile habe man die Option zur Kündigung des Mietvertrages mit dem Nutzer der Prunkräume ohne neue Optionsvereinbarung verstreichen lassen. "Es hätte keinen Sinn gemacht, das Ganze durchzupeitschen", so Kretschmer. Schließlich musste man auch den Mietern Sicherheit anbieten können. Zwar würden die Gespräche mit den bisherigen Interessenten weitergeführt und eventuell könne eines Tages daraus auch einmal ein Käufer hervorgehen - der Zeithorizont sei jedoch offen.

"Share Deal"

Ursprünglich hätte der Verkauf in Form eines "Share Deals" abgewickelt werden sollen, bei dem die Kaufinteressenten ein Angebot zum Erwerb der Gesellschaftsanteile an der Auersperg Real Estate GmbH abgegeben hätten. Die Angebotsfrist war mit 29. Oktober 2008 angesetzt, worauf bis Anfang November ein Käufer hätte feststehen sollen.

Zu dem 303 Jahre alten Palais Auersperg gehören auch ein 6.000 Quadratmeter großer Park und eine Orangerie, was eine Gesamtgröße von 9.337 Quadratmeter ergibt. Der Richtpreis war mit 33 Mio. Euro taxiert worden. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die Gesamtnutzfläche des Palais einschließlich Dachboden- und Kellerflächen beträgt ca. 6.585 Quadratmeter, jene der Orangerie ca. 288 Quadratmeter.

Share if you care.