SPÖ gegen "Genderationen-Bericht" des Frauenauschusses

3. Februar 2009, 14:14
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"Konservatives Frauen- und Familienbild" für SPÖ-Abgeordnete und Frauenauschuss-Mitglied Prets nicht tragbar - Grüne brachten Alternativ-Resolution ein

Straßburg - Ein kleiner Eklat hat sich am Dienstag im Europäischen Parlament abgespielt: Bei den allgemeinen Abstimmungen zu den Berichten der Fachausschüsse entschied sich die SPÖ-Delegation nicht für einen Bericht des Frauenausschusses zu votieren, sondern stattessen einer Resolution der Grünen Europa-Abgeordneten zuzustimmen.

Die Initiative ging auf die SPÖ-Abgeordnete Christa Prets zurück, welche selbst im Frauenausschuss tätig ist. Der Bericht der konservativen Ausschussvorsitzenden Anna Záborská missfiel aufgrund des "konservativen Frauenbildes", wie Prets betonte. Der "Bericht über die Beseitigung der geschlechtsbedingten Diskriminierung und die Solidarität zwischen den Generationen" ginge von einem veralteten Familienbild aus, das Frauen hinter dem Herd und Männer als Brötchengeber zementiere.

Unterschiede der Parteien

"Wir wollten klar machen, dass Kinderbetreuung keine vollständige Alternative zu einer professionellen Karriere darstellt, wie dies im Programm der Tschechischen Ratspräsidentschaft steht", so Prets in einer Aussendung vom Dienstag. Die Aktion zeige zudem, welche frauen- und familienpolitischen Unterschiede zwischen der europäischen Volkspartei und den SozialdemokratInnen und Grünen im Parlament existierten, hieß es wahlkampfschwingend aus Straßburg.

In der Resolution, die von den Grünen eingebracht wurde, fordert das Parlament nun u.a. Gesetze und Angebote von Pflegeleistungen, die in der Praxis die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau fördern, das Angebot von guten und erschwinglichen Pflege- und Betreuungsangeboten und Unterstützung beim Wiedereinstieg auch für Männer.

Im Ausschuss wurde der Bericht im Dezember mit nur drei Enthaltungen verabschiedet. (red)

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