Celesio mit Problemen im Ausland

3. Februar 2009, 13:51
posten

Außerplanmäßige Wertberichtigungen

Stuttgart - Europas größter Pharmahändler Celesio kämpft wegen Schwierigkeiten im Apothekengeschäft im Ausland mit Millionenbelastungen. In den Niederlanden, Belgien, Irland und Italien schreibe Celesio außerplanmäßig insgesamt 287 Mio. Euro ab, teilte der mehrheitlich zum Haniel-Konzern gehörende Pharmahändler am Dienstag in Stuttgart mit. In diesen Märkten rechne Celesio für 2009 damit, dass Umsatz und Ertrag sinken könnten, sagte ein Sprecher. Wichtigste Gründe dafür seien, dass die Menschen möglicherweise bei nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten sparen und vielleicht Gesundheitsbudgets weiter gekürzt werden. Außerdem könnte der Wert von Apotheken im derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld sinken.

Die betroffenen Apotheken stünden für etwa ein Fünftel des gesamten Apothekenumsatzes von rund 3,6 Mrd. Euro. Insgesamt machen die Abschreibungen 11 Prozent der Geschäfts- und Firmenwerte von bisher 2,6 Milliarden Euro aus.

Die Wertberichtigung wird 2008 wirksam und den Jahresüberschuss um 287 Mio. Euro verringern. Die Wertberichtigung sei aber eine reine Buchwertabschreibung und wirke sich nicht auf die Liquidität des Unternehmens aus.

Bilanz Ende März

Genaue Zahlen für das abgelaufene Jahr wollte der Sprecher nicht nennen, Celesio will seine Bilanz am 26. März vorlegen. 2007 verbuchte der Pharmahändler einen Überschuss von 435,4 Millionen Euro. Die Ertragsziele für das Gesamtjahr 2008 sind nach Unternehmensangaben erreicht worden. Der Pharmahändler ging für das vergangene Jahr von einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) deutlich unter dem Vorjahreswert von 842,5 Mio. Euro aus. Die Wertberichtigung ist dabei allerdings nicht berücksichtigt.

Im vierten Quartal des vergangenen Jahres lag das EBITDA deutlich über dem Ergebnis des dritten Quartals. Zum laufenden Geschäftsjahr sagte Unternehmenschef Fritz Oesterle: "Wir blicken mit relativem Optimismus auf die operative Geschäftsentwicklung des neuen Jahres."

Mitte Dezember hatte Oesterle eingeräumt, dass auch Celesio den weltweiten Konjunkturabschwung zu spüren bekomme. Die Krise wirke sich unmittelbar den Verkauf von hochwertigeren Kosmetika oder Nahrungsergänzungsmitteln in den Apotheken aus, hatte der Celesio-Chef gesagt. Dies mache aber nur einen Bruchteil des Celesio-Geschäfts aus. Er verwies auf die Folgen einer möglichen anhaltenden Krise: Sie könne zu weniger Verschreibungen von Arzneimitteln und Sparmaßnahmen im Gesundheitssektor führen. (APA/dpa)

Share if you care.