Kärntner Hypo mit 500 Millionen Euro Bilanzverlust

3. Februar 2009, 13:05
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Zeitungsbericht wird von der Bank nicht kommentiert

Klagenfurt - Die Kärntner Hypo Group Alpe Adria wird laut einem Bericht in der Dienstag-Ausgabe der "Presse" das Jahr 2008 mit einem Bilanzverlust von 500 Mio. Euro abschließen. Seitens der Bank gab es am Dienstag dazu keine Stellungnahme. Das Jahresergebnis liege noch nicht vor, es werde zeitgerecht vor der für April geplanten Hauptversammlung veröffentlicht werden, hieß es. Die Hypo hatte kurz vor Weihnachten vom Bund 900 Mio. Euro Partizipationskapital aus dem Bankenpaket erhalten.

Der Halbjahresverlust der Hypo, die mehrheitlich der schwer angeschlagenen Bayerischen Landesbank (BayernLB) gehört, war 2008 noch bei 62 Mio. Euro gelegen. Im Herbst hatte der Konzern, der vor allem im ehemaligen Jugoslawien aktiv ist, von den Bayern eine Kapitalspritze im Ausmaß von 700 Millionen erhalten und vor Weihnachten auch noch das Bankenpaket der Republik Österreich in Anspruch genommen. Damit, so Vorstandsvorsitzender Tilo Berlin damals, sei das Unternehmen mit ausreichend Kapital ausgestattet und für die schwierigen Zeiten gerüstet.

Offiziell wollte zu dem kolportierten Jahresverlust niemand Stellung nehmen. Aus der Bank war jedoch zu hören, dass die Dimension "nicht falsch" sei, die Verluste sind zum Teil auf notwendige Wertberichtigungen und zum Teil auf die Finanzkrise zurückzuführen.

Das operative Ergebnis sei hingegen "ganz ordentlich" gewesen. Ebenso verlautete, dass die Verluste in den zwei Kapitalerhöhungen bereits "eingepreist" worden seien. Die Kernkapitalquote soll demnach weiterhin über acht Prozent liegen.

Rasche Expansion 2007

Die Hypo hat in den vergangenen zwei Jahren enorme Summen wertberichtigt, breiten Raum haben dabei zahlreiche Kredit-Engagements in Kroatien eingenommen, die während der raschen Expansionsphase unter dem langjährigen Vorstandschef Wolfgang Kulterer und dessen Stellvertreter Günter Striedinger eingegangen worden waren. Berlin sprach nach seinem Amtsantritt von "Aufräumarbeiten", welche die Bank noch für längere Zeit beschäftigen würden.

Mit der Expansionspolitik ist es vorerst - unabhängig von den Wertberichtigungen - ohnehin vorbei. Die neuen Mehrheitseigentümer in München haben ihre Kärntner Tochter in den vergangenen Monaten stark unter Druck gesetzt. Die Rede ist von einem "Wachstumsstopp", derzeit ist auch völlig unklar, in welchem Ausmaß die Hypo von den "Redimensionierungsplänen" der Bayern, im Klartext also von Kündigungen und der Schließung von Standorten betroffen ist. Ein offenes Geheimnis ist, dass die zahlreichen Auslandstöchter - in den südosteuropäischen Ländern sind überall sowohl Leasinggesellschaften als auch Bankentöchter aktiv - sparen werden müssen. Ob es zur Zusammenlegung von Leasing- und Banktöchtern kommen wird, steht aber derzeit noch nicht fest. (APA)

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