"GTA ist kein Meilenstein, das ist exzessive Gewalt"

  • Kein GTA mehr in Deutschland und World of Warcraft erst ab 18 Jahren, fordert der deutsche Kriminologe Christian Pfeiffer.
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    Kein GTA mehr in Deutschland und World of Warcraft erst ab 18 Jahren, fordert der deutsche Kriminologe Christian Pfeiffer.

Deutscher Kriminologe fordert strengere Kontrollen

"GTA ist kein Meilenstein, das ist exzessive Gewalt". "Das erste World of Warcraft ist nicht mehr vergleichbar mit dem heutigen, das exzessive Gewalt zeigt... World of Warcraft ist keine Märchenstunde mehr!" Mit diesen Aussagen wird der deutsche Kriminologe Christian Pfeiffer in einem Interview von Golem zitiert. Die empörten Reaktionen der SpielerInnen haben nicht lange auf sich warten lassen.

GTA indizieren

Pfeiffer, der auf viele Gefahren der gewaltüberladenen Spiele hinweist und von einem Verlust der Ausgewogenheit im Leben warnt - viele SchülerInnen würde mehr Zeit mit Computerspielen verbringen, als mit der Schule oder anderen Freizeitbeschäftigungen, fordert, dass GTA in Deutschland indiziert wird. Dies käme defacto einem Verbot des Spiels gleich. GTA ist aus Sicht von Pfeiffer kein Meilenstein, sondern "exzessive Gewalt". "Der Jugendmedienschutz funktioniert überhaupt nicht, die Klassifizierung ab 18 wirkt eher wie ein Ritterschlag", so Pfeiffer gegenüber Golem.

World of Warcraft erst ab 18 Jahren

Auch bei World of Warcraft müsse man sich überlegen, ob eine Altersfreigabe nicht erst ab 18 Jahren sinnvoll sei, so der Kriminologe. Zwar zeigt sich Pfeiffer von der Ästhetik des Spiels begeistert ("Ich habe noch nie ein so schönes Spiel gesehen von der Ästhetik her. Wenn man da auf den Schwingen eines Phantasievogels über die Landschaft gleitet") will aber dennoch keine Altersfreigabe für Minderjährige. "In den Wirkungen ist WoW grauenhaft destruktiv: 35 Prozent der männlichen jugendlichen Spieler nutzen es pro Tag mindestens viereinhalb Stunden. Sie verbringen mehr Zeit mit World of Warcraft als mit Schulunterricht. Da ist das Leben aus der Balance geraten." Aus Sicht von Pfeiffer sind 9 Prozent der WoW-NutzerInnen süchtig, sofern man nach einschlägigen Indizien wie Kontrollverlust, Entzugserscheinungen oder Schlafproblemen urteilt. "Das erste World of Warcraft ist nicht mehr vergleichbar mit dem heutigen, das exzessive Gewalt zeigt. Aber in der aktuellen Version werden Menschen getötet, und dann kommt die Aufforderung, Ratten zu fangen, damit diese die Körper abnagen. Es gibt Folterszenen, es werden Splitterbomben eingesetzt. Kleine Schimpansenbabys müssen gefangen und mit Elektroschocks gequält werden, damit sie ihre Mütter herbeirufen, die man dann töten muss. World of Warcraft ist keine Märchenstunde mehr!"(red)

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