Mittel gegen Hyperaktivität wirkt in hohen Dosen wie Kokain

3. Februar 2009, 12:37
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Auch als Ritalin bekanntes Methylphenidat wird Kindern mit ADHS-Syndrom verschrieben - Beim Missbrauch als Aufputschmittel droht allerdings Gefahr

Chicago - Speziell in den USA werden Kinder mit Aufmerksamkeitsproblemen und Hyperaktivität vielfach medikamentös behandelt. Eines der am häufigsten eingesetzten Mittel gegen dieses sogenannte ADHS-Syndrom ist Methylphenidat, gemeinhin unter seinem Handelsnamen Ritalin bekannt.

Eine aktuelle US-Studie zeigte nun, dass Methylphenidat mit Vorsicht zu genießen ist. Hohe Dosen von Ritalin können demnach bei Tierversuchen im Gehirn Veränderungen verursachen, die jenen von Kokainabhängigen ähneln. Die Forscher warnen daher davor, das Medikament als Aufputschmittel zu missbrauchen.

Yong Kim von der Rockefeller Universität in New York und seine Kollegen spritzten gesunden Mäusen für zwei Wochen täglich entweder Methylphenidat oder Kokain. Wie sie im Fachmagazin PNAS berichten, waren die durch Ritalin und Kokain verursachten Veränderungen im Belohnungszentrum des Hirn zum Teil sehr ähnlich.

Als Aufputschmittel gefährlich

Ein Bericht zeigte kürzlich, dass in den USA mehr als sieben Millionen Menschen Methylphenidat einnehmen, um sich aufzuputschen und die geistige Leistungsfähigkeit zu steigern. Die aktuelle Studie zeige nun, dass dies gefährlich sei, sagte Nora Volkow, die Direktorin des Nationalen Instituts für Drogenmissbrauch.

Volkow warnte allerdings davor, nun bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit ADHS auf Ritalin oder ähnliche Präparaten zu verzichten. Studien hätten gezeigt, dass die Medikamente in vom Arzt verschriebenen Mengen nicht zu Abhängigkeit führten. Im Gegenteil: Unbehandelte ADHS-Kinder nähmen später häufiger Drogen, Ritalin könne dieses Risiko vermindern. (APA/red)

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