"Three Strikes" gegen FilesharerInnen in Irland

3. Februar 2009, 12:41
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Eircom sperrt Accounts der AnwenderInnen, wenn dreimaliger illegaller Download nachgewiesen werden kann

Im Kampf der Musikindustrie gegen FilesharerInnen können sich die Branchenvertreter in Irland über einen Sieg freuen: der größte irische Breitbandprovider Eircom wird in Zukunft die so genannte "Three Strikes"-Methode umsetzen. Diese besagt, dass AnwenderInnen, denen dreimaliger illegaler Download von Musikdateien nachgewiesen werden kann, automatisch gesperrt werden.

Musikindustrie liefert IP-Adressen

Bei der "Three Strikes"-Methode liefert die Musikindustrie die IP-Adressen der vermeindlichen FilesharerInnen beim Provider ab. Eircom selbst gibt keine Daten der AnwenderInnen heraus, sondern verwarnt die NutzerInnen von sich aus. Nach drei  Verstößen wird der Internetzugang zum Netz abgedreht.

Außergerichtliche Einigung

Eircom beugt sich damit den Forderungen der Musikindustrie. Die Umsetzung der "Three Strikes"-Methode ist Teil einer außergerichtlichen Einigung, dies vermeldet der Branchenverband IFPI: Ireland - P2P infringement case settled. Die vier großen Musiklabels EMI, Sony BMG, Universal Music und Warner Music hatten zuvor Eircom wegen Beihilfe zur Verletzung von Urheberrechten verklagt. Die Labels führten dabei vor Gericht an, dass der Provider Filesharing bewusst nutze, um seine Breitband-Pakete zu verkaufen.Als Beweis dafür wurde angeführt, dass Werbung der Angebote bei "Pirate Bay" geschalten wurde.

KundInnen ausspionieren

Vor gericht forderte die Musikindustrie zunächst, dass Eircom Filter in seine Netze integrieren muss, um den Austausch illegaler Kopien zu unterbinden. Das Unternehmen lehnte dies allerdings ab, da es dadurch die Privatsphäre seiner NutzerInnen bedroht sah. Als Kompromiss einigten sich die beteiligten Parteien nun auf die "Three Strikes"-Methode. Die Musikfirmen liefern dabei lediglich die IP-Adressen bei dem Provider ab, über die offenbar Urheberrechtsverletzungen begangen wurden. Das Unternehmen gibt keine Daten der Anwender heraus, sondern verwarnt die Nutzer selbstständig und schaltet letztlich bei drei Verstößen den Zugang zum Netz ab

"Three-Strikes" auch in Frankreich

Die "Three-Strikes"-Regelung wird seit Kurzem auch in Frankreich umgesetzt. Die Musikindustrie versucht auch andere europäische Provider davon zu "überzeugen", bislang allerdings noch erfolglos.(red)

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