"Den Kaffee wieder in Mode gebracht"

3. Februar 2009, 09:46
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Philipp Gorcak, Marketingleiter der Coffeeshop Company, über das Verhältnis von traditionellen Kaffeehäusern und modernen Coffeeshops

SchülerStandard: Besteht ein Konkurrenzverhältnis zwischen der Coffeeshop Company und den alten Wiener Kaffeehäusern?

Gorczak: Nein, überhaupt nicht. Mit unseren neuen Konzepten versuchen wir den amerikanischen Einfluss mit der Wiener Kaffeehauskultur zu kombinieren. Die alten Kaffeehäuser haben durch die Coffeeshops Umsatzgewinne erzielt. Dadurch, dass der Trend Coffeeshop nach Europa gekommen ist, ist der Kaffee wieder in Mode gekommen. Die Leute gehen wieder mehr ins Kaffeehaus – auch zu uns in die Coffeeshop Company Shops.

SchülerStandard: Die Coffeeshop Company arbeitet nach dem Franchisingkonzept – wie funktioniert dieses?

Philipp Gorczak: Die Läden gehören nicht der Coffeeshop Company, sondern einem einzelnen Partner. Dieser kauft das Recht, die Marke zu nutzen und einen Shop zu eröffnen. Die Coffeeshop Company hilft ihm, indem wir ihn mit Rat und Tat unterstützen. Zum Beispiel beim Marketing oder im Einkauf – er muss nicht 25 verschiedene Lieferanten anfragen, sondern bestellt alles außer Frischware und Softdrinks bei uns. Wir hätten als Familienunternehmen ohne das Franchising-System nicht 187 Läden weltweit seit 1999 eröffnen können. Deswegen fährt die Marketingstrategie auf zwei Schienen. Die eine nennt sich B2B (Business to Business) und die andere heißt B2C (Business to Customer).

SchülerStandard: Wie sieht die praktische Anwendung der B2C-Methode aus?

Gorczak: Unser Hauptaugenmerk liegt auf der Point-of-Sale-Werbung. Das bedeutet, dass wir uns sehr auf den jeweiligen Shop beziehen, zum Beispiel mit Flyer- und Gutscheinaktionen. Dafür gibt es mehrere Gründe, etwa dass unsere Geschäfte Frequenzgeschäfte sind – das heißt, die Leute, die draußen vorbeigehen, kommen herein und natürlich unser Stammkunden.

SchülerStandard: In welchen Ländern gibt es bereits Coffeeshop Company Shops und wo sollen sie noch eingeführt werden?

Gorczak: Wir sind aus Österreich gekommen, nach Deutschland und fast gleichzeitig auch nach Amerika gegangen, allerdings haben wir am amerikanischen Festland noch keinen Shop. Es gibt eine Kreuzfahrtgesellschaft, die von Miami um die ganze Welt fährt, auf diesen Kreuzfahrtschiffen haben wir rund 40 Coffeeshop Company Shops. Aber wir planen schon seit längerem, einen Shop in Miami einzuführen.

Für Polen, Tschechien, Ungarn und die Slowakei haben wir Partner. Weiters für das Gebiet rund um den Balkan. Seit November 2008 gibt es auch fünf Shops in Russland, in St. Petersburg, weitere Shops sollen folgen. In Ägypten und Saudi-Arabien sind wir ebenfalls bereits vertreten. (Claudia Schredl, Bath-Sahaw Baranow/DER STANDARD, 3.2.2009)

ZUR PERSON:

Philipp Gorczak (geboren 1979) ist Marketingleiter der Coffeeshop Company (Schärf Coffeeshop GmbH). Er maturierte an der HLUW im Ysperthal und begann seine Karriere 2003 als Assistent des Marketings bei dem Familienunternehmen Schärf. 2006 absolvierte er eine Ausbildung zum Kommunikationsfachmann. Die Coffeeshop Company wurde 1999 gegründet. Das österreichische Familien- unternehmen ist weltweit mit 187 Filialen vertreten.

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    foto: privat
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