Italiens Staatspräsident warnt vor Fremdenfeindlichkeit

2. Februar 2009, 20:38
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Angriff auf einen indischen Einwanderer heizte Debatte über Umgang mit Ausländern weiter an

Rom - Der brutale Angriff dreier junger Männer auf einen indischen Einwanderer hat in Italien Entsetzen ausgelöst und die Debatte über den Umgang mit Ausländern weiter angeheizt. Die Männer hatten den auf einer Bahnhofsbank in Nettuno bei Rom schlafenden 35-jährigen obdachlosen Inder am Sonntagmorgen mit Benzin übergossen und angezündet. Das Opfer überlebte den Überfall mit schweren Verbrennungen an den Beinen.

Der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano warnte am Montag in einer Erklärung vor jeder Art von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Gewalt. Die Ermittlungsbehörden gehen nach eigenem Bekunden in diesem Fall allerdings nicht von einer rassistischen Tat aus. Die mutmaßlichen Täter im Alter von 16, 19 und 29 Jahren seien unter Drogen- und Alkoholeinfluss gestanden. "Sie waren so berauscht, dass wir Rassismus als Motiv ausschließen können", sagte Carabinieri-Hauptmann Emanuele Gaeta dem Fernsehsender SKY TG24.

Auch Innenminister Roberto Maroni sagte vor Journalisten, es handle sich nicht um einen rassistischen Angriff. Die Tat sei Ausdruck eines Mangels an fundamentalen Werten in der Gesellschaft. Und das sei noch viel schlimmer. Die drei Verdächtigen wurden nach Angaben der Polizei festgenommen.

Angesichts des Zustroms tausender Flüchtlinge und Berichten über Kriminalität unter Eingewanderten haben in den vergangenen Jahren in der italienischen Öffentlichkeit fremdenfeindliche Parolen zugenommen. Die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi leistet mit ihrem harten Vorgehen gegen illegal Eingewanderte dieser Stimmung in der Bevölkerung noch Vorschub, wie Bürgerrechtler kritisieren. (APA/AP)

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