FARC-Rebellen lassen weitere Geisel frei

5. Februar 2009, 21:07
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Provinzabgeordneter Sigifredo Lopez war der letzt Politiker in der Gewalt der Guerilla - mit Video

Bogotá - Die kolumbianischen FARC-Rebellen haben am Donnerstag wie angekündigt die letzte von insgesamt sechs Geiseln freigelassen. Der frühere Abgeordnete des Parlaments der Provinz Valle del Cauca, Sigifredo Lopez, sei von den FARC übergeben worden, teilte ein Sprecher des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) mit. Drei IKRK-Vertreter waren zusammen mit der Vermittlerin, der oppositionellen Senatorin Piedad Cordoba, an Bord eines von Brasilien gestellten Hubschraubers von der Großstadt Cali im Südwesten des Landes aus zu einem geheimen Übergabeort geflogen. Der vor mehr als sieben Jahren verschleppte Lopez (45) war der letzte Politiker in der Gewalt der FARC.

Damit hat die marxistische Rebellengruppe "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) seit vergangenem Sonntag insgesamt sechs Geiseln ohne erkennbare Gegenleistung frei gelassen. Diese als Geste des guten Willens gewertete Aktion hatte sie schon kurz vor Weihnachten angekündigt. In der Gewalt der Rebellen befinden sich damit noch 22 Polizisten und Militärs, die aus politischen Gründen festgehalten werden. Die FARC wollen sie gegen inhaftierte Rebellen eintauschen. Für weitere schätzungsweise 800 Entführungsopfer fordert die Guerilla hohe Lösegelder.

Lopez war am 11. April 2002 in Cali gemeinsam mit elf weiteren Abgeordneten des Parlaments der Provinz Valle del Cauca durch ein Täuschungsmanöver in die Hände der FARC geraten. Die Rebellen waren damals als Polizisten verkleidet in das Parlamentsgebäude gestürmt und hatten die Abgeordneten wegen einer angeblichen Bombendrohung in großer Eile in einen bereitstehenden Bus geführt. Anschließend konnten sie mit ihren Geiseln im allgemeinen Durcheinander entkommen. Elf der Entführten wurden 2007 erschossen, nur Lopez überlebte. (APA/dpa)

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    Sigifredo Lopez umarmt nach sechsjähriger Geiselhaft seine Söhne

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