Aufhören mit dem Mond und dem Taschencomputer

2. Februar 2009, 19:54
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Wiener Gebietskrankenkasse zahlt - wenn nötig - Akupunktur, um von der Tabaksucht wegzukommen

Der Zeitpunkt für den letzten Zug will klug gewählt sein. "Als der transitierende Pluto grad genau auf seiner Radix-Sonne war" hatte einer seiner Kunden schlagartig mit dem Rauchen aufgehört, berichtet ein Astrologe in einem deutschen Internetforum von und für Esoteriker. Ein anderer rät eher, auf den Erdtrabanten zu vertrauen: Man könne "von einem Vollmond aus sukzessive mit dem abnehmenden Mond reduzieren und dann bei Neumond den Neubeginn ohne Kippen machen".

Mediziner, die sich eher auf nachprüfbare Fakten verlassen, raten eher, sich nicht auf Himmelskörper, sondern auf das eigene Wollen zu verlassen. "Unsere Erfahrung bestätigt immer wieder: Die Leute müssen freiwillig kommen. Sie müssen selbst davon überzeugt sein, dass es ihnen ohne Rauchen besser gehen wird. Nicht so gute Karten hat, wer vor allem auf Druck von anderen oder dem Partner zuliebe mit dem Rauchen aufhören möchte", sagt Dietmar Windisch von der Wiener Gebietskrankenkasse.

Er leitet dort das Rauchentwöhnungsprogramm "Ikar", wo man nach einer umfassenden Untersuchung neben Therapie auch Nikotinersatztherapien und, falls nötig, Akupunktur bekommt. Überrannt wurde die seit Mai existierende Stelle bisher aber noch nicht: 80 Patienten versuchten dort abstinent zu werden.

Wer gerne spielt, kann auch rauchfrei werden. Seit Ende November gibt es für die Handheld-Konsole Nintendo DS "Mein Nichtraucher-Coach von Allen Carr", mit dem das Lebenshilfeimperium des im Jahr 2006 an Lungenkrebs gestorbenen britischen Autor wieder etwas vergrößert wird. (Michael Möseneder/DER STANDARD-Printausgabe, 3.2.2009)

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