
Henry Hogger: Es ist nirgends eine Unvereinbarkeit von Islam und Demokratie abzulesen.
Wien - „Wer spricht für den Islam? Was eine Milliarde Muslime wirklich denken" (in Buchform auf Englisch erschienen) und das „Muslim West Facts Project" sind zwei Gallup-Studien, die den sonst Ungehörten Gehör verschaffen sollen: muslimischen Durchschnittsbürgern in islamischen Ländern und im Westen.
Und siehe da, es gibt gar keinen „homo islamicus", der so ganz anders tickt wie der Rest der Menschheit. So könnte man die Studienergebnisse ganz banal zusammenfassen. Muslime träumen nicht vom Jihad, sondern vom besseren Job.
Gerade weil sie gängigen Klischees - etwa von der Inkompatibilität von islamischer Religiosität und demokratischer Einstellung oder der Vorstellung von Gewaltakzeptanz unter Muslimen - widersprechen, hält das Gallup-Institut die Daten für so wichtig, dass es sich mit der „Coexist Foundation" zusammengetan hat, um sie zu verbreiten. Das hat Henry Hogger, einen britischen Exdiplomaten, als einen von zwei „Special Representatives" des Projekts nach Wien gebracht - mitten in die hiesige Islam-Debatte hinein.
Gallup kann mit Umfragen in London, Paris und Berlin aufwarten (mit relativ kleinen Samples, aber signifikanten Ergebnissen, d.h. über der Schwankungsbreite). Eine der Schlüsselfragen ist die nach der Identifikation der Befragten mit Religion und Land, wobei bei Gallup die Frage aber nicht ausschließend gestellt wird.
Ja zum Staat
Zuerst scheint alles nach Erwartung abzulaufen: „Religion" bekommt höhere Werte als „Land" und höhere Werte als bei Nichtmuslimen. Dann präsentiert Hogger im Standard-Gespräch Überraschungen, Beispiel London: Im Vergleich zur nichtmuslimischen Bevölkerungen spielt für die britischen Muslime ihre Verbundenheit zum Staat eine größere, keine kleinere Rolle. Hogger: „Religiöse und nationale Identität ergänzen einander, sie stehen nicht im Widerspruch zueinander."
Übrigens nennen auch Muslime in der islamischen Welt den Islam zuerst, ohne sich den Vorwurf nationaler Illoyalität einzuhandeln. Hogger macht darauf aufmerksam, dass auch in den USA fünfzig Prozent von befragten Nichtmuslimen die Religion in ihrer persönlichen Bedeutung vor dem Staat reihen. Keiner würde sie deshalb als schlechte Staatsbürger bezeichnen.
Bei Muslimen im Westen ist weiters auch das Vertrauen in die (demokratischen) Institutionen stärker ausgeprägt als bei Nichtmuslimen (64 : 36 in London) oder die Präferenz einer „gemischten Gesellschaft".
Völlig perplex hinterlässt einem im ersten Moment die Antwort nicht so sehr der Muslime, sondern der Nichtmuslime auf die Frage, ob Gewalt als Mittel zur Durchsetzung von „noblen Zielen" moralisch zulässig sei: 81 Prozent der Muslime lehnten in London ab - aber nur 72 Prozent der Nichtmuslime. Hogger erklärt das durch den Prozentsatz jener Briten, die dem (unter britischer Beteiligung geführten) Krieg im Irak zustimmen.
Aber in Berlin ist die Diskrepanz noch größer: 94 Prozent der Muslime sagen Nein, aber nur 75 Prozent der Nichtmuslime. In Paris stimmt das Klischee, aber nur knapp: Dort liegen die Nichtmuslime mit 79 Prozent Gewaltablehnung vor 77 Prozent der Muslime, unter der Schwankungsbreite. (Gudrun Harrer, DER STANDARD, Printausgabe, 3.2.2009)
Link: www.muslimwestfacts.com
Tipp: Vortrag von Henry Hogger am Dienstag, 3.2., um 18 Uhr in der Orient-Gesellschaft Hammer-Purgstall (Dominikanerbastei 6/6, Wien)
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aber in einem Sozialstaat wie Ö, lässt es sich einfach besser leben als in England, wo es keine Sozialleistungen gibt.
„Religion" bekommt höhere Werte als „Land" und höhere Werte als bei Nichtmuslimen.
Das sagt doch schon alles: Viele Kinder bekommen, beten und finanziert wird das vom Staat.
Witzig, Staaten, in denen die Trennung von Staat und Religion fehlt, wird der Vorwurf der Illoyalität gegenüber dem Staat nicht erhoben - wieder einmal eine sensationelle Geistesleistung von Harrer, um den bösen Westen erfolgreich vorzuführen.
Wer ein wenig die Geschichte kennt, wird wissen, dass es im Gegenteil der Vorwurf des unislamischen Verhaltens ist, der diese Staaten/Regime destabilisiert, nicht wahr, Frau Harrer?
... die meisten Katholiken träumen auch eher vom job als von kreuzzügen.
muss ich jetzt (als nichtkatholik) den katholizismus, den vatikan und alles was damit zusammenhängt schätzen und ehren, oder darf ich trotzdem noch kritik an (evidenten und eklatanten) missständen üben?
Es werden keine Aussagen getroffen, so sagt man, es wird aber heftig herumgelabert und heruminterpretiert, je nachdem wo der "objektive Wissenschaftler" punkten möchte, je nachdem aus welchem Stall er kommt, je nachdem wer zahlt, wem man verpflichtet ist oder glaubt es zu sein!
Ist die Studie dann als Bullshit enttarnt kommt der heftigst schlussfolgernde Unabhängige zur Erkenntnis "er/sie sei nur ein Erbsenzähler" mehr nicht! Dann kommt die nächste Studie, frech vom gleichen oder einem Andren mit gleicher Methodik und gleichem Drehbuch, gleiches grosses Theater!
PS: Von den Briten kommt meines Erachtens mittlerweile mehr Bullshit als von den Amis, sciencetainment mit paycheck! Sophisterei rules bei rankings und publications!
Noch nie ist soviel Geld in die Wissenschaft gesteckt worden wie heute. Und noch nie gab es soviele Wissenschaftler wie heute. Da darf und muss man mehr verlangen. Hätt ich an der Uni mal einessolche Studie gemacht, hätt ich (zumindest bei sehr guten Professoren) wohl keinen Schein bekommen (event. in der Studieneingangsphase, wo es darum geht, wissenschaftliche Methoden zu erlernen).
sie sollten das recht auf freie meinungsäußerung schon aushalten können. sie machen ja davon auch gebrauch.
es gibt übrigens genügend autoritäre staaten, die die unterdrückung der meinungsfreiheit zu einer ihrer wichtigsten maximen erhoben haben.
wäre es das, was sie sich wünschen?
Trotz der Radikalisierung der Arbeiterschaft sehnte sich der größte Teil nach einem einigermaßen bürgerlichen Leben(standard).
Mit Pauschalvorwürfen gegen eine Minderheit, gegen Fremde oder gegen politische Gegner kann man zwar Emotionen (bei Dumpfbacken?) wecken, aber man kommt damit der Wahrheit nicht sehr nahe.
Da haben's aber noch nicht die österreichischen M+slime gefragt, gell?
schlimm sind höchstens ihre israelophoben postings zum gaza-konflikt.
islamkritik hat nichts mir rass ismus zu tun. religion ist keine "rasse". religion ist kein biologisches merkmal, die religionszugehörigkeit ist ein (im idealfall) freiwilliges bekenntnis zu einer ideologie, die von allen hinterfragt werden darf.
es ist überhaupt traurig, dass menschen aus arab. ländern, der türkei etc nur noch über ihr glaubensbekenntnis wahrgenommen werden. die unselige strategie, nämlich e. "keil" zwischen die menschen anhand des glaubens zu treiben, haben imho islamisten (nicht die durchschnittsmuslime!)-auch medial- forciert, sie haben die "islamzugehörigkeit" aufgebauscht zum definitiven "unterscheidungsmerkmal". der rest sind die "ungläubigen."
Sie wissen anscheinend nicht, daß der heutige Rassismus-Begriff nichts mit der "Rasse" im biologischen Sinn zu tun hat. Er bezieht sich allgemein auf Gruppen von Menschen, denen eine "Minderwertigkeit" nachgesagt bzw. unterstellt wird. Dieser Rassismus hat nichts mit "Kritik" zu tun. Im Übrigen ist die Kritik an einer Religion unsinnig oder meinen Sie, daß es am Judentum an sich auch etwas zu kritisieren gibt? Kritisieren kann man höchstens die Auslegung einer Religion. Insofern ist Ihre "Islamkritik" nichts weiter als billiger Rassismus.
dann ist nach ihrer definition die ausgrenzung von und das herabschauen auf "ungläubige(n)", wie es fundi-isl*misten pflegen, genau genommen ras*sistisch?
oder laut khorchide-studie:
"44 Prozent finden, sie müssten ihre "Schüler befähigen, zu erkennen, dass sie, weil sie Muslime sind, besser als ihre Mitschüler sind"."
diese einstellung impliziert, dass die nichtmusl. mitschüler schlechter bzw. "minderwertig" wären und wäre folglich als ras*istisch zu bezeichnen-oder?
und bei den genannten punkten geht es NICHT um sachliche ideologiekritik, wie sie viele user in den foren formulieren. sondern hauptsächlich darum, dass bei menschen anhand eines bestimmten merkmals ("ungläubige") die ebenbürtigkeit als in frage gestellt wird.
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