Maßnahmen in der Krise

2. Februar 2009, 18:34
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  • Kurzarbeit wird von Betrieben seit Ausbruch der Wirtschaftskrise im Herbst massiv nachgefragt. Dabei reduzieren Beschäftigte ihre Arbeitszeit um bis zu 50 Prozent, und das Arbeitsmarktservice gleicht den Lohn- bzw. Gehaltsausfall um bis zu 90 Prozent aus. Die Sozialabgaben müssen in vollem Ausmaß weiterbezahlt werden. Mit der Verlängerung von derzeit maximal sechs auf 18 Monate will Sozialminister Rudolf Hundstorfer nicht nur einen massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit hintanhalten, sondern gleichzeitig Qualifizierungsmaßnahmen koppeln. Arbeitnehmer sollten die gewonnene Freizeit für Lehrabschlüsse oder Zusatzausbildung nützen, denn 48 Prozent der Arbeitslosen hätten nur Pflichtschulabschluss.
  • Im Gesetzesentwurf (dieser kommt Ende der Woche in den Sozialausschuss des Parlaments, am 26. Februar befasst sich voraussichtlich das Plenum damit) ist eine Behaltefrist für die Beschäftigten nach Ende der Kurzarbeitsphase vorgesehen. Wie lange diese sein muss, ist noch Teil heftiger Verhandlungen zwischen den Sozialpartnern.
  • Altersteilzeit ist eine vergleichsweise teure Maßnahme, die Arbeitnehmer frühestens fünf Jahre vor Erreichen des Regelpensionsantrittsalters und für maximal fünf Jahre lang nutzen können (Männer mit 58, Frauen mit 53 Jahren). Die Normalarbeitszeit des Dienstnehmers wird auf 40 bis 60 Prozent reduziert, und ein Teil des Entgelts wird durch Altersteilzeitgeld ersetzt. Die Regierung überlegt nun, den Zugang zur Altersteilzeit zu erleichtern und für Kleinstbetriebe (bis 20 Beschäftigte) die Verpflichtung, eine (vormals arbeitslose) Ersatzkraft einzustellen, abzuschaffen. 2008 waren laut Regierung rund 23.000 Arbeitnehmer in Altersteilzeit, was rund 360 Millionen Euro gekostet habe. (ung, szem, DER STANDARD, Printausgabe, 3.2.2009)
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