Streife in Höchstgeschwindigkeit

2. Februar 2009, 18:07
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Die mitgefilmten Außeneinsätze der Cops könnten mitunter glatt Führerscheinnachschulungen ersetzen - Ab Dienstag, 20.15 Uhr

Gruppeninspektor Binder hat für die Mannschaft gekocht. Seine Spezialität sind Spaghetti mit Gorgonzolasauce. Doch Chefinspektor Baier muss den dampfenden Teller Pasta stehen lassen - auf der Tauernautobahn ist ein Unfall passiert, die Polizisten müssen nun schnell anrücken. Ab Dienstag zeigt ATV den Arbeitsalltag der "Autobahnpolizei", genauer jenen der Polizeistation Anif, die über das 150 Kilometer lange Salzburger Autobahnnetz wacht.

Bislang war es eher Sache der deutschen Privatsender, mit Ordnungshütern Verbrecher zu jagen, Verstöße zu ahnden, Vergehen zu strafen. ATV legt seine Dokusoap mit weit weniger Zeigefingereinsatz an als die Sendungen etwa auf Kabel eins. Das Thema ist klar die Arbeit der Polizisten, nicht die Frechheit der Temposünder oder Falschparker.

Spannung und Unterhaltung

Die mitgefilmten Außeneinsätze der Cops könnten mitunter glatt Führerscheinnachschulungen ersetzen - und auch Spannung und Unterhaltungswert der Sendung sind, obwohl es anders als parallel im ORF bei "Alarm für Cobra 11" keine aufwändigen Spezialeffekte gibt, erstaunlich hoch.

Man lernt hier in Salzburg einen sympathischen Polizeichef kennen, der mit seinen Kollegen einen strengen und kameradschaftlichen Umgang pflegt, ihnen hilft, in lockeren Kaffeesitzungen ihre dramatischen Erlebnisse mit den Kollegen gemeinsam zu verarbeiten, und der sich auch nicht zu gut dafür ist, einem deutschen Urlauber mit liegengebliebenem Kleinbus beim Anschieben zu helfen. ATV zeigt also eine polizeiliche Idealbesetzung - auf die der Autofahrer bei der Verkehrskontrolle abseits der Tauernstrecke aber eher selten stößt.(Isabella Hager, DER STANDARD; Printausgabe, 3.2.2009)

  • Ab Dienstag zeigt ATV den Arbeitsalltag der
"Autobahnpolizei".
    foto: atv

    Ab Dienstag zeigt ATV den Arbeitsalltag der "Autobahnpolizei".

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