Haider-Solo als Verkaufshit

2. Februar 2009, 17:59
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Rechte an "Kärnten singt" -CD/DVD hat Firma in Liechtenstein

Klagenfurt - Jörg Haider feiert posthume Erfolge als Sänger von Kärntner Liedern. Die CD und CVD "Kärnten singt" , auf der sich Kärntner Chöre mit dem verstorbenen Kärntner Landeshauptmann als Solist ("Pfiat Gott, liabe Alm" ) präsentieren, ist ein absoluter Renner im Internet (auf www.haider-singt.at) und bei deutschen TV-Verkaufssendern. Dabei wird jede Menge Geld eingespielt.


Die CD und DVD kosten einzeln 44,95 Euro, im Doppelpack 84,95 Euro. Dafür gibt es noch ein "Kärntner Liederbüchl" als Draufgabe. Je ein Euro pro verkaufter CD und DVD wandert in die Jörg-Haider-Stiftung, betont Haiders Sangesbruder und Konsulent für Volkskultur Richard ("Richi" ) di Bernardo. Besagte Haider-Stiftung existiert im Firmenbuch handelsrechtlich aber noch nicht. "Sie wird gerade vorbereitet" , sagt Richi di Bernardo zum Standard: "Es dauert eben eine Weile, bis alles so weit ist."
Wohin fließt also derzeit das Geld, das für die Haider-Stiftung gedacht ist? Jedenfalls nicht zur "KKI-Veranstaltungs Gesellschaft m.b.H." , deren Geschäftsführerin Daniela di Bernardo, die die Tochter des Haider-Sangesfreundes und CD/DVD-Initiators ist.

"Wir haben die Vermarktungsrechte an der Haider-CD/DVD an die Grazer Firma Convent weitergegeben" , sagt di Bernardo. Deren Geschäftsführer bestätigt das, will aber nicht mit Namen genannt werden. Man stehe nur "im Hintergrund" für die Witwe Claudia Haider zur Verfügung, die die Stiftung ihres Mannes präsidieren solle.

Doch auch die Firma "Convent" hat die Vermarktungsrechte an der Haider-CD/DVD mittlerweile schon wieder weitergereicht: an eine "Kauf SO Versandhandels AG" mit Sitz in Schaanwald im Fürstentum Liechtenstein. Dabei handelt es sich um eine TV-Merchandising AG, die vor allem mit deutschen TV-Verkaufssendern zusammenarbeitet. Deren Geschäftsführerin, Sonja Url, war für den Standard nicht erreichbar.
Haiders Witwe Claudia hat beim Patentamt in Wien unter der Aktenzahl AM -7188/2008 den Antrag eingebracht, den Namen ihres Mannes als Wortmarke schützen zu lassen. Man wolle Geschäftemacherei mit dem Namen des Toten verhindern, sagt sie.
Wenn Werbung mit dem Verstorbenen gemacht werde, dann nur für die Jörg-Haider-Stiftung. Von dort soll der Erlös dann sozialen Zwecken zugeführt werden.

Auch Haiders-Sangesfreund Richi di Bernardo sieht mit der Haider-CD/CVD keine Verletzung der Pietät gegenüber einem Toten: "Er hätte es so gewollt." Das sei unbezahlbare PR für Kärnten. Ein Teil sei ohnehin schon an die Aktion "Kärntner in Not" geflossen. (Elisabeth Steiner/DER STANDARD-Printausgabe, 3. Feber 2009)

  • Jörg Haider als Sänger ist ein Renner bei deutschen TV-Verkaufssendern.
    foto: kki veranstaltungs gmbh

    Jörg Haider als Sänger ist ein Renner bei deutschen TV-Verkaufssendern.

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