Nadal will es weniger hart

2. Februar 2009, 17:52
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Australian Open-Sieger in Sorge: "Würde auch gerne nach meiner Karriere Sport machen" - Spanier rechnet nicht mit einem Triumph bei den US Open

Melbourne - Just nach seinem ersten Grand-Slam-Triumph auf Hartplatz hat Rafael Nadal am Montag eine Reduzierung der Anzahl an 'Tennis-Turnieren auf diesem Belag gefordert. Der Spanier sieht darin einen Schlüssel, die Verletzungen und Überlastungen der Topspieler einzudämmen. Mehr als die Hälfte der Saison wird auf Hartplatz gespielt, inklusive der Hallen-Events auf Teppich. Nur einen Monat geht es auf Gras, sonst wird auf Sand um Titel gekämpft.

"Hartplatz ist für den Körper härter als Rasen oder Sand", meinte Nadal. "Und dabei spielen wir immer mehr auf diesem Belag. Meiner Meinung nach müssen wir das ein wenig ändern." Nadal konnte das mit ruhigem Gewissen sagen, nachdem er in Melbourne so eindrucksvoll agiert hatte. Davor geäußerte Hartplatz-Kritik des 22-Jährigen wurde oft der Tatsache zugeschrieben, dass er auf diesem Belag noch keinen großen Erfolg gefeiert hatte.

Müdigkeit vor den US Open

Nadal hatte 2008 zwar sein bisher bestes Jahr, doch Ende August zu Beginn der US Open war er schon nicht mehr auf der Höhe. Im Herbst zwangen ihn Knieprobleme, auf Teilnahmen an Masters-Series-Turnier in Paris sowie am Masters-Cup in Shanghai zu verzichten. "Mit meinen Titeln bei Olympia und in Toronto habe ich vor den US Open gut gespielt. Aber ich habe gespürt, dass ein Titelgewinn in New York für mich fast unmöglich war, weil ich mich so müde gefühlt habe."

Mental und physisch sei er nicht auf dem Court gewesen, meinte Nadal. "Speziell im Halbfinale gegen Andy Murray konnte ich mich nicht wirklich bewegen." Der Iberer gab zudem an, dass er fürchte, nach seiner Karriere die Auswirkungen der jetzigen körperlichen Belastungen zu spüren zu bekommen. "Ich würde dann gerne anderen Sport ausüben", sagte der Gewinner von sechs Grand-Slam-Titeln. "Aber wenn wir so weitermachen, wird das vielleicht hart für mich werden."

Nadal sieht durch die aktuelle Situation auch seine Chancen reduziert, einmal den Grand Slam mit dem Gewinn aller Majors innerhalb eines Jahres zu schaffen. Das haben bisher nur Don Budge 1938 und der Australier Rod Laver 1962 und 1969 geschafft. Auch gibt er dem Schweizer Roger Federer mehr Chancen auf einen Sieg der French Open als sich für einen bei den US Open. "Roger hat dort zuletzt dreimal im Finale gespielt. Also wird er dort heuer einer der Favoriten sein." (APA/Reuters) 

 

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    Nadal herzt seinen ersten Melbourne-Pokal.

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