Kroatiens Immo-Markt für EU-Staatsbürger offen

2. Februar 2009, 17:07
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Erwerb von Liegenschaften ohne Einschränkungen möglich, Agrarland und Wälder sind aber ausgenommen

Die Staatsbürger aller 27 EU-Länder können seit 1. Februar 2009 Liegenschaften in Kroatien kaufen. Landwirtschaftlich genutzte Flächen und Wälder sind davon ausgenommen.

Die Öffnung des Immo-Marktes war bereits im Assoziierungs- und Stabilitätsabkommens (SAA) zwischen Kroatien und EU vorgesehen, geht aus Veröffentlichungen des kroatischen Justizministeriums hervor. Kroatien hat bei den EU-Beitrittsverhandlungen gefordert, dass diese Ausnahmen noch für 12 Jahre nach dem EU-Beitritt verlängert werden.

Istrien und Dalmatien bevorzugt

Bis zum 1. Februar konnten Ausländer in Kroatien Immobilien nur im Fall der Reziprozität kaufen, also wenn auch kroatische Staatsbürger Liegenschaften in dem Land des Käufers erwerben konnten. Unter anderem war dies in Österreich, Deutschland, Estland, Slowenien, der Slowakei, Spanien und Schweden vorgesehen. Eine zweite Bedingung war die Zustimmung von kroatischen Ministerien: Bis Juli 2006 musste das Außenministerium zustimmten, danach das Justizministerium.

Laut der kroatischen Wirtschaftskammer haben zwischen 1997 und 2006 insgesamt 3.553 Ausländer Bewilligungen zum Grundstückserwerb erhalten. Die meisten Käufer waren Deutsche (2.102 Genehmigungen), gefolgt von Österreichern (731) und Ungarn (128). Damals wie heute werden von den Ausländern die nördliche Halbinsel Istrien ("Kroatische Toskana") und Dalmatien bevorzugt.

Mit Tombola aus der Finanzkrise

Nicht verkaufen, sondern in Form einer internationalen Tombola verlosen will eine kroatische Unternehmerfamilie ihr hoch verschuldetes ökologisches Weingut. Wie die Zagreber Zeitung "Vecernij list" am Montag berichtet, droht dem hoch verschuldeten Anwesen das Aus, weil das Geschäft mit Öko-Weinen nicht wie erhofft lief. Kredite konnten nicht mehr zurückbezahlt werden.

Als Ausweg sollen 14.999 Lose zum Preis von je 90 Euro im Internet angeboten werden, Hauptpreis ist das gesamte Landgut mit den Weinbergen, 130 Kilometer nördlich von Zagreb gelegen. Weitere Preise sind ein Auto und Bargeld. Zwei Drittel des erhofften Erlöses von 1,35 Millionen Euro soll an die Banken zurückgezahlt werden. Mit dem Rest will die Familie "ein neues" Leben anfangen, hieß es. (APA/red)

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