Gusenbauer ganz smooth

2. Februar 2009, 16:25
posten

Der im Fernsehen, auf Plakaten und aus Zeitungen als ach so bürgerfremd abgestempelte Altkanzler Gusenbauer entpuppt sich beim freien Beantworten unserer Fragen als sympathisch, menschennahe Person, dessen Jugend mit der unsrigen zum verwechseln ähnelt. Unbeschreiblich lässig schlendert der Ex-Spitzenpolitiker um unseren Tisch, um uns die Hand zu reichen, und will sich dann auch sofort auf unsere Fragen stürzen.

Mit Bezeichnungen wie „traurige Geschichte" im Bezug auf die alte US-Regierung, lässt er seinem Standpunkt gegenüber Ex-Präsident George W. Bush wenig Freiraum für Fantasie und sieht nun durch Obama „Riesen Aufschwung". Schon nach kurzer Zeit entpuppt er sich gar als wahrer Obama-Fan, bezeichnet ihn als den Mann, der durch seine Gabe die US-Bürger auf erstaunliche Weise bündelt, unglaubliche Mengen an schlummernden Energien mobilisieren kann. Der Altkanzler sieht die Wahl Obamas als willkommene Abwechslung im derzeitigen Meer von schlechten Neuigkeiten und teilt uns sein immenses Gefallen an seiner Angelobung mit.

Bei aller Euphorie betont er, dass Obama Präsident der Vereinigten Staaten sei jedoch nicht der EU und dass wir dennoch unsere Hausaufgaben in der EU erledigen und einen massiven Beitrag leisten müssten, um ihn als starken Wirtschaftspartner wahrnehmen zu können.
Nicht ganz so graziös antwortet er allerdings auf unsere Fragestellung warum sich Österreich denn nicht bereit erkläre Guantanamo Häftlinge aufzunehmen und bezeichnet das Hochsicherheitsgefängnis als „gerade mal 200 Insassen" Gefängnis (es werden 1200 - 2000 angenommen) und sieht das allein als Problem der Vereinigten Staaten und jenen Ländern, die Aktiv an der Gefangennahme beteiligt waren.

Zum Abschluss gibt er uns, auf die Frage, ob sich die Leute nicht zu viel von Obama erwarten würden und ob er den Erwartungen denn überhaupt gerecht werden könne, die Weisheit auf den Weg: A bisserl Euphorie, schadet nie! (Seringec Suayip)

Share if you care.