Transferzeit ohne Überraschungen

2. Februar 2009, 15:33
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Bundesligisten agierten erneut zurückhaltend - Salzburg baute Kader ab, Wiener Großclubs am Spielermarkt kaum aktiv

Wien - Die Clubs der österreichischen Fußball-Bundesliga sind in der am Montag (24.00 Uhr) zu Ende gegangenen Transferzeit wie schon in der vergangenen Saison verhalten zu Werke gegangen. Liga-Krösus Red Bull Salzburg verzichtete erneut auf die Vorstellung eines großen Namens, der Spitzenreiter lieferte aber zumindest mit einem aufgebesserten Vertrag für Torjäger Marc Janko Schlagzeilen. Am umtriebigsten erwies sich noch Schlusslicht Altach, wo Neo-Coach Georg Zellhofer vor dem anstehenden Abstiegskampf auf bekannte Gesichter setzt.

Altach setzt auf Routine

Goalie-Urgestein Josef Schicklgruber ließ sich wenige Wochen nach seinem vermeintlichen Liga-Abschied von seinem langjährigen Coach bei Pasching zu einem Engagement im "Ländle" überreden, auch Markus Kiesenebner und Petr Vorisek spielten bereits unter Zellhofer. Im Sturm sollen der Tscheche Tomas Jun und der Montenegriner Srdjan Radonjic den Abgang des Brasilianers Ailton kompensieren. Die im Herbst desolate Defensive soll Olubayo Adefemi verstärken, hinter dem Nigerianer steht aber noch ein Fragezeichen. Unerwünschte Spieler wie der unter dem beurlaubten Ex-Coach Urs Schönenberger noch gesetzte Verteidiger Daniel Sereinig wurden abgegeben.

Legionärsaustausch in Mattersburg

Während Altach zumindest nach außen ein Zeichen setzte, vollzog der punktgleiche Vorletzte SV Mattersburg lediglich einen Legionärsaustausch. Anstelle der beiden Ungarn Csaba Csizmadia und Akos Kovrig kamen mit Stürmer Robert Ujcik und Mittelfeldspieler Stanislav Velicky zwei Slowaken. Aufsteiger Kapfenberg, der als Achter ebenfalls noch um den Klassenerhalt kämpfen muss, holte vom krisengeschüttelten DSV Leoben die beiden Stürmer Denir Alar und Srdjan Pavlov.

Salzburg mistet Bullen-Stall aus

An der Spitze war Salzburg in erster Linie mit dem "Ausmisten" des teuren Kaders beschäftigt. Mit dem Kroaten Manuel Pamic, dem Serben Sasa Ilic, dem Tunesier Mejdi Traouri, dem Niederländer Kevin Bobson und dem Japaner Tsuneyasu Miyamoto ließen die "Bullen" fünf Legionäre teils leihweise ziehen. Geholt wurden aufgrund der Verletzung von Stammtorhüter Timo Ochs der schwedische Internationale Eddie Gustafsson und für die vakante Position links in der Vierer-Kette der im Herbst groß aufspielende Andreas Ulmer von der SV Ried.

Rapid und Austria zurückhaltend

Auf dem Transfermarkt dezent zurückhaltend wie selten zuvor zeigten sich auch die Wiener Großclubs Rapid und Austria. Der zweitplatzierte Meister holte mit Torhüter Nikola Kovacevic und dem erst im Sommer zu Rapid stoßenden U20-Teamverteidiger Christoph Schösswendter zwei Talente und löste den Vertrag mit dem deutschen Torhüter Georg Koch auf, die Violetten gaben den ohnehin nur bei den Amateuren spielenden Stürmer Marc Sand an Austria Kärnten ab. Beim Vierten Austria standen weniger neue Spieler, als Gespräche bei auslaufenden Verträgen wie bei Franz Schiemer auf der Tagesordnung.

Lücke bei Sturm durch Hassler geschlossen

Sturm ließ mit dem im Sommer ablösefreien Marko Stankovic einen Jungstar Richtung italienischer Serie B zu Triestina ziehen. Dessen Lücke in der Offensive der Grazer soll Ex-GAK-Profi Dominic Hassler, der von Erste-Liga-Club Gratkorn zum Bundesliga-Dritten wechselte, schließen. Haris Bukva (Austria Kärnten) und Martin Ehrenreich (Gratkorn) werden erst in der Sommerpause zu den "Blackies" stoßen, Ersterer dürfte bei Kärnten deshalb keinen leichten Stand haben.

Aufgrund ihren Positionen im sportlichen Niemandsland der Tabelle wenig aktiv zeigten sich auch Austria Kärnten und die SV Ried. Die Klagenfurter wollen mit Sand und dem Ex-Altacher Modou Jagne die Abgänge der Stützen Adi (Energie Cottbus) und Patrick Wolf (Wr. Neustadt) kompensieren, die Oberösterreicher holten mit Yeray Ortega-Guarda einen zweiten Spanier in die Bundesliga. Der LASK verpflichtete mit Roman Wallner einen zumindest dem Namen nach prominenten Stürmer, der Steirer will in Linz unter Klaus Lindenberger wieder auf die Erfolgsspur zurückfinden. (APA)

 

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