50 Prozent der Videospiele ohne Altersbeschränkung

2. Februar 2009, 13:48
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USK verzeichnet Rekord bei Alterseinstufungen

Rund die Hälfte aller Videospiele auf dem deutschen Markt sind ohne Altersbeschränkung freigegeben. Wie aus dem heute, Montag, veröffentlichten Jahresbericht der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) hervorgeht, sind 48,6 Prozent der untersuchten Games für alle Altersstufen geeignet. 2008 wurden insgesamt 2.960 Prüfvorgänge bei der USK eingereicht. Das bedeutet einen neuen Rekordwert von plus 153 Anträgen gegenüber dem Jahr 2007. Die eingereichten Spiele spiegeln den Trend zum Casual Gaming deutlich wider. Laut USK-Bericht haben vor allem in diesem Bereich die Prüfanträge stark zugenommen. Insbesondere Gehirn- und Gedächtsnistrainer, Musik-, Tanz- und Quizspiele erlebten einen Wachstumsschub.

Weitere 82,5 Prozent aller beantragten Games erhielten eine Freigabe ab zwölf Jahren. Nur 5,1 Prozent wurden als nicht jugendfrei eingestuft. Aus dem USK-Bericht geht außerdem hervor, dass der Übergang zu den Konsolen der neuesten Generation inzwischen vollzogen ist. Der Hauptanteil der Prüfverfahren für 2008 betraf Spiele für PS3, Nintendo Wii und Xbox 360 sowie die mobilen Konsolen Nintendo DS und PSP. Die Next-Generation-Konsolen machten insgesamt knapp ein Drittel aller Prüfanträge aus, wobei die Nintendo Wii mit 14,9 Prozent davon auf das größte Volumen kam. Gleichzeitig sank der Anteil geprüfter PC-Spiele um rund zehn Prozent auf nur noch 36,4 Prozent. "Man kann nicht sagen, dass PC-Spiele in absoluten Zahlen zurückgehen, es ist nur der Anteil der eingereichten Konsolenspiele sehr stark gestiegen", heißt es seitens der USK auf Nachfrage von pressetext.

Die meisten bei den Obersten Landesjugendbehörden beantragten Games sind dem Genre "Arcade-Geschicklichkeitsspiele" zuzurechnen. Sie haben mit 11,6 Prozent den höchsten Anteil aller Genres im Gesamtprüfgeschehen der USK. Dahinter folgen mit 8,4 Prozent erstmals die Anträge für Denkspiele. Platz drei geht an den Bereich Simulationen, parallel zu Sportspielen, die 2008 ebenfalls zugelegt haben. Die viel diskutierten Shooter belegen den fünften Rang mit insgesamt 148 eingereichten Titeln. 2007 kam das Segment noch auf 170 Prüfanträge. Überhaupt keine Kennzeichnung erhielten 1,4 Prozent der geprüften Videospiele. "Hier handelt es sich um Games ohne jegliche Alterskennzeichnung, die nicht den Kriterien der Obersten Landesjugendbehörden entsprechen", so die Erklärung der USK gegenüber pressetext. Die Spiele könnten zwar trotzdem auf den Markt kommen, hätten dort jedoch keine Rechtssicherheit.

"Die Veränderungen im Jugendschutzgesetz 2008 haben sowohl die Sensibilität als auch die Souveränität der unabhängigen Prüfgremien erhöht. Effiziente und sachbezogene Prüfvorbereitungen der USK sorgen weiterhin für ein Klima der Entscheidungsfreiheit in den pluralen Gremien", so Olaf Wolters, Geschäftsführer der USK. Auch 2009 werde weiter daran gearbeitet. 2008 stiegen nicht nur die Prüfvorgänge, sondern auch die Berufungen der Ergebnisse. So machten sowohl die Antragssteller als auch die Ständigen Vertreter der OLJB bei der USK im abgelaufenen Jahr häufiger von ihrem Recht auf Berufung Gebrauch als 2007. (pte)

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