Sanierung Kärntner Straße: Stenzel kompromissbereit

2. Februar 2009, 13:37
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Hängeleuchten statt Stehlampen in Wiener City-Einkaufsmeile - mit Video

Wien - Im Streit um die künftige Beleuchtung der Wiener Kärntner Straße hat Bezirkschefin Ursula Stenzel (ÖVP) einen Kompromissvorschlag unterbreitet: Anstelle des kritisierten modernen Leuchtenentwurfs und der von ihr präferierten derzeitigen "Maiglöckchen-Lampe", könnten bei der Umgestaltung der City-Fußgängerzone auch unauffällige Hängeleuchten angebracht werden, betonte sie im APA-Gespräch. Die Sanierungsarbeiten wurden am Montag mit der Entfernung der bestehenden Leuchten und Bäume gestartet.

Kein Hindernis für Zulieferverkehr

Die Hängeleuchten hätten den Vorteil, dass sie in der relativ schmalen Kärntner Straße kein Hindernis für den Zulieferverkehr darstellten und optisch nicht störten wie der von Planungsstadtrat Rudolf Schicker (SPÖ) favorisierte moderne Entwurf, unterstrich Stenzel. So vermeide man die Zerstörung des historischen Ensembles, gegen die bei ihr schon mehr als 1.000 Unterschriften eingelangt seien. Die Maiglöckchen-Leuchten, die seit heute demontiert werden, könnten stattdessen in der Löwelstraße zwischen Burgtheater und Ballhausplatz die bestehenden Neon-Lampen ersetzen.

In den Innenstadt-Fußgängerzonen wird nun zunächst ein Provisorium mit Hängeleuchten angebracht, die an den bestehenden Vorrichtungen der Weihnachtsbeleuchtung montiert werden. Unterdessen überarbeitet Clemens Kirsch als Architekt der gesamten Umgestaltung von Kärntner Straße, Graben und Stock-Im-Eisen-Platz seinen ursprünglichen Entwurf, der bereits als Prototyp auf der Kärntner Straße installiert worden war. Noch im Februar soll der neue Vorschlag vorliegen. Dann folge die Diskussion über den Entwurf, zeigt man sich im Büro von Stadtrat Schicker weiterhin zuversichtlich.

Entscheidung bis März

Die endgültige Entscheidung über die neue Beleuchtung in Wiens City-Einkaufsmeile müsse dann bis spätestens März getroffen werden, damit die Lampen rechtzeitig zur Montage fabriziert seien. "Wir haben noch ein bisschen Zeit", nimmt man im Schicker-Büro den Druck aus den Verhandlungen. Im November soll die Umgestaltung abgeschlossen sein, wobei man Mitte Februar zunächst das alte Pflaster entfernt und dann sukzessive mit der Neugestaltung des Areals beginnt.

Die alten Maiglöckchen-Lampen scheiden für das Schicker-Ressort hingegen nach wie vor als Variante aus. "Mit denen ist kein Staat mehr zu machen", unterstrich die Schicker-Sprecherin - allein schon aus technischen Gründen.

In der für Wiens Beleuchtung zuständigen Magistratsabteilung 33 bestätigte man, dass nach der Demontage die Leuchten auseinandergenommen und die Masten aufgrund des Alters fachgerecht entsorgt würden, wobei man zuvor noch prüfe, ob sie als Ersatzteile wiederverwendet werden könnten. Bei den daran hängenden Lampen habe man bereits festgestellt, dass diese noch als Ersatzteile für bestehende Anlagen dienen können.

Bäume werden verpflanzt

Ebenfalls nicht dem Tode geweiht sind die 14 Bäume, welche nun aus der Kärntner Straße weichen müssen. Trotz eines gültigen Fällungsbescheides verpflanze man diese freiwillig, unterstreicht man auf APA-Nachfrage bei den Stadtgärten. Drei bleiben in der näheren Umgebung der City, die restlichen elf müssen sich an ein Leben abseits des Innenstadtpflasters gewöhnen, wobei noch nicht klar ist, wo genau sie im Stadtgebiet ausgebracht werden. Im Zuge der Kärntner Straßen-Neugestaltung werden schlussendlich 19 neuen Exemplare aufgestellt. (APA)

 

 

 

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