Hohenemser Literaturpreise stehen fest

2. Februar 2009, 12:48
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Mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wird zwischen Michael Stavaric und Agnieszka Piwowarska aufgeteilt

Bregenz - Der mit 10.000 Euro dotierte Hohenemser "Literaturpreis für deutschsprachige AutorInnen nichtdeutscher Muttersprache" geht bei seiner ersten Vergabe 2009 zu gleichen Teilen an den in Wien lebenden Michael Stavaric und die in Polen geborene Autorin Agnieszka Piwowarska. Das gab die Stadt Hohenems in einer Aussendung am Montag bekannt. Einen Anerkennungspreis in Höhe von 3.000 Euro erhält die slowakisch-stämmige Autorin Susanne Gregor.

Preisverleihung im Juni

Die Preisverleihung und die Vorstellung der Preisträger und ihrer Texte erfolgt am 20. Juni 2009 im Hohenemser Salomon-Sulzer-Saal, der ehemaligen Synagoge. Insgesamt entsprachen 191 Einsendungen den Kriterien. Die maximal zehnseitigen, deutschsprachigen Prosatexte sollten bei freier Themenwahl Migrationserfahrungen, Fragen der Identität und das Ineinandergreifen verschiedener Kulturen verarbeiten.

Die Jury bestand aus Michael Köhlmeier, Zsuzsanna Gahse, Anna Mitgutsch, Doron Rabinovici und Zafer Senocak - Autoren, die sich in ihrem Werk teils aus eigenem biografischen Hintergrund mit Fragen des Zusammenlebens, mit Identität und dem Schreiben zwischen Kulturen beschäftigen.

Michael Stavari: "Geister"

Michael Stavaric überzeugte mit seinem Text "Geister". Der Autor wurde 1972 in Brno geboren und lebt seit seiner Kindheit in Österreich. Er wohnt in Wien und ist als freier Schriftsteller tätig, 2008 erschien sein Roman "Magma" im Residenz-Verlag. Stavaric ist Träger des Literaturpreises der Akademie Graz und des Chamisso-Preises. 2007 wurde er zum Ingeborg-Bachmann-Preis eingeladen.

Agnieszka Piwowarska: "Oktober"

Die 1978 in Gdansk in Polen geborene Agnieszka Piwowarska lebt seit 1987 in Deutschland. Die ausgebildete Schauspielerin bekam den Hohenemser Literaturpreis für ihre Erzählung "Oktober" zugesprochen. Sie studierte an der Hamburg Media School im Fachbereich Drehbuch und lebt in Berlin. Ihr Kurzfilm-Skript "Einladung" erhielt 2006 den 1. Preis der Jury beim Internationalen Filmfestival in St. Petersburg.

Der Anerkennungspreis geht an Susanne Gregor für die Kurzerzählung "Schwarzer Zucker". 1981 in der Slowakei geboren, lebt die Autorin seit 1990 in Österreich. Sie leitet Integrationskurse und ist stellvertretende Chefredakteurin des "Österreich Spiegel", einer Zeitschrift für den "Deutsch als Fremdsprache"-Unterricht. 2008 erschien erstmals eine ihrer literarischen Arbeiten in einer Anthologie. (APA)

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