1744 gesunken - 2008 wieder aufgetaucht

2. Februar 2009, 13:13
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US-amerikanisches Unternehmen entdeckt das Wrack der "HMS Victory" im Ärmelkanal - Segler ersten Ranges war ein Vorgänger von Admiral Nelsons Flaggschiff

Tampa - Eines der berühmtesten Schiffe der britischen Kriegsmarine des 18. Jahrhunderts ist wieder aufgetaucht: Schatzsucher haben im Ärmelkanal das Wrack der 1744 gesunkenen "HMS Victory" entdeckt. Wie das Unternehmen Odyssey Marine Exploration erklärte, wird nach den schätzungsweise 100.000 Goldmünzen noch gesucht, die beim Untergang an Bord gewesen sein sollen.

Das Wrack sei schon im Mai vorigen Jahres gefunden worden, teilte das im US-Staat Florida ansässige Unternehmen mit. Der Fundort liegt etwa 80 Kilometer von der bisher vermuteten Unglücksstelle entfernt, wie Greg Stemm von Odyssey Marine Exploration am Sonntag sagte. Man habe bereits mehrere Kanonen und andere Gegenstände des in 100 Meter Tiefe gelegenen Wracks geborgen. Die Gegenstände ließen den definitiven Schluss zu, dass es sich um die "HMS Victory" handle.

Nelsons Flaggschiff-Vorgängerin

Die 53 Meter lange "HMS Victory" war ein Kriegsschiff ersten Ranges und seinerzeit das größte und mit über 100 Bordkanonen der am stärksten bewaffnete Segler. Es war eines der Vorgänger-Schiffe des gleichnamigen Flaggschiffs von Admiral Horatio Nelson in der Schlacht von Trafalgar. Insgesamt waren fünf Segler mit diesem Namen gebaut worden.

Die "HMS Victory" sank am 4. Oktober 1744 während eines Sturms im Ärmelkanal mit mindestens 900 Menschen an Bord. Der Segler befand sich auf dem Rückweg von der portugiesischen Hauptstadt Lissabon nach England und hatte vermutlich fünf Tonnen portugiesischer Goldmünzen für Kaufleute geladen.

Das US-Unternehmen hatte bereits vor zwei Jahren aus einem 1804 vor der portugiesischen Küste gesunkenen spanischen Schiff 17 Tonnen Silbermünzen im Wert von umgerechnet knapp 390 Millionen Euro geborgen. (APA/red)

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    Das Bergungsunternehmen holte bereits zwei der über hundert Bronze-Kanonen aus der Tiefe. Etwa fünf Tonnen portugiesischer Goldmünzenwerden noch am Meeresgrund vermutet.

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