Super Bowl & Börse: Totgesagte leben länger

2. Februar 2009, 13:40
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Für den gesunden Menschenverstand macht es keinen Sinn: Wer bei der Super Bowl gewinnt, bestimmt auch das Börsegeschehen - oder doch nicht?

In den USA gilt er als inoffzieller Feiertag: Der "Super Bowl Sunday", der Tag des Endspiels der nordamerikanischen Football-Meisterschaft. Jedes Jahr kämpfen die führenden US-Teams der National Football Conference (NFC) und der American Football Conference (AFC) um die begehrte Trophäe. Doch nicht nur Football-Fans zittern, auch die Wall Street fiebert dem sportlichen Ergebnis entgegen. Denn, so sagt eine alte Börse-Weisheit: Gewinnt das Team aus der NFC,  geht es an den Märkten bergauf. Gewinnt die Mannschaft aus der AFC, gehen die Kurse auf Talfahrt.

Was dem gesunden Menschenverstand als haarsträubend erscheint, bestätigen die Daten der letzten vierzig Jahre, lag doch die Trefferquote des Super-Bowl-Indikators bei nahezu 80 Prozent. Allerdings geriet die stolze Statistik letztes Jahr gehörig unter Druck. 2008 triumphierten die New York Giants aus der NFC über den AFC-Champ New England Patriots. Doch am nächsten Tag verloren die US-Indizes fast ein Prozent, auf Wochensicht rund drei Prozent. Und das US-Börsenjahr 2008 endete bekanntlich mit historischen Kursverlusten von rund 40 Prozent und war eines der schlechtesten in der Geschichte. Mit dem gestrigen Sieg der Pittsburgh Steelers, die dem AFC-Team angehören, gegen die Arizona Cardinals, müssten sich die Anleger auf ein weiteres Jahr im Bärenmarkt einstellen.

Doch in einem Schlamassel, wie wir es derzeit an den Börsen erleben, wagen selbst hart gesottene Experten keine seriösen Prognosen. "Glory Days", einer der Hits, die Bruce Springsteen in den zwölf Minuten der Halbzeitpause zum Besten gab, spürt jedenfalls der US-Sender NBC, der das Endspiel live übertrug: Für die insgesamt 67 Fernsehwerbespots erzielte er - trotz Wirtschaftskrise - die Rekordsumme von 206 Millionen Dollar. Vielleicht ließe sich angesichts solcher Summen ein neuer Indikator ablesen. (Sigrid Schamall, derStandard.at, 2.2.2009)

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    Was dem gesunden Menschenverstand als haarsträubend erscheint, bestätigen die Daten der letzten vierzig Jahre, lag doch die Trefferquote des Super-Bowl-Indikators bei nahezu 80 Prozent.

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