Plakatflut ufert aus

2. Februar 2009, 11:48
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500 Ständer in Villach bereits entfernt - Klagenfurt will nachziehen - Mehr Inserate in Printmedien als je zuvor

Kärntner Parteien agieren ob des bevorstehenden Super-Wahlsonntages am 1. März, als ob das Geld abgeschafft worden wäre. Eine Plakatflut überschwemmt das Land, und auch in den Printmedien gibt es mehr Inserate als je zuvor. Die Stadt Villach hat in der vergangenen Woche bereits auf die ausufernden Mengen von Plakatständern reagiert und 500 Stück entfernen lassen, Klagenfurt will jetzt nachziehen.

An den Haupteinfahrten in die Landeshauptstadt stehen die Plakatständer oft in Abständen von weniger als einem halben Meter, Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters lachen dem Autofahrer ebenso ins Gesicht wie die Konkurrenten um den Sessel des Landeshauptmannes. Ein Grund für das extreme Ausmaß ist wohl, dass es in Klagenfurt nicht weniger als acht Bürgermeister-Kandidaten gibt, so viele wie nie zuvor. In den Bezirksstädten des Landes ist die Flut an Ständern nicht ganz so extrem, aber immer noch stärker als bei den vergangenen Wahlkämpfen.

500 Ständer in Villach entfernt

Villachs SPÖ-Bürgermeister Helmut Manzenreiter hat vergangene Woche reagiert und die Entfernung von nicht legal aufgestellten Ständern angeordnet. Dabei blieb auch seine eigene Partei nicht verschont, 45 Ständer der SPÖ wurden ebenso eingezogen wie 130 der FPÖ. Das BZÖ musste lediglich den Verlust von acht Plakatflächen beklagen, besonders hart hat es in der Draustadt aber die ÖVP getroffen. Laut Manzenreiter wurden 317 illegal aufgestellte Ständer der Schwarzen entfernt.

Klagenfurts ÖVP-Stadtchef Harald Scheucher will ebenfalls einschreiten. Laut der "Kärntner Krone" will Scheucher die Plakate auf 30 Stück pro Partei und Einfahrtsstraße reduzieren. Er will eine gütliche Einigung unter den Parteien erzielen, gelingt ihm das nicht, wird behördlich vorgegangen.

Mehr Inserate in Printmedien als je zuvor

Für Verwunderung sorgt auch der finanzielle Einsatz der Regierungsparteien im Inseratenbereich. Geschaltet wird, was das Zeug hält, zumeist ganzseitig und natürlich im vorderen Teil der Tageszeitungen, wo die Seiten besonders teuer sind. Spitzenreiter dürfte hier das BZÖ sein, wobei die Unterscheidung, ob es sich um eine Einschaltung der Partei oder der Landesregierung handelt, fast nicht mehr möglich ist. Der Slogan "Garantiert" samt den Landesfarben, der bei der ersten Plakatserie der Orangen zum Einsatz kam, hat nahtlos den Weg in die Inserate der BZÖ-Regierungsmitglieder gefunden.

Auch die SPÖ greift tief in die Tasche, sowohl in jene der Partei als auch in jene der Verfügungsmittel der Landesräte. ÖVP-Chef Josef Martinz lässt sich ebenfalls nicht lumpen, ob als Agrarlandesrat, Europareferent oder Parteichef lacht er aus jeder Zeitung. Nach Berechnungen der Grünen haben die sieben Regierungsmitglieder bisher für Einschaltungen bereits fünf Millionen Euro ausgegeben. Offizielle Zahlen gibt es dazu natürlich nicht. Und wie viel die Parteien ausgeben, bleibt ebenfalls im Dunklen, denn diesmal haben sich die Parteistrategen geweigert, ihre Wahlkampfbudgets bekanntzugeben. (APA)

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