Europa 2050: Ein Interview mit Dr. Alfred Gusenbauer

2. Februar 2009, 10:34
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30.1.2050: Wegen des Versagens europäischer Klimapolitik hat es 23° Außentemperatur. Mittlerweile zahlen wir wieder mit Schilling. Wer nach Deutschland will muss sich mit einem Reisepass ausweisen. An die Europäische Union erinnern nur noch leerstehende Fabrikhallen und riesige ungebrauchte Bürogebäude, von denen verrostete Reklametafeln hängen.

Sieht so die Zukunft Europas aus? Alfred Gusenbauer ist anderer Meinung. Er verweist auf die Vergangenheit. Wer hätte vor vierzig Jahren daran gedacht, eine gemeinsame Währung zu haben? Seither ist ein riesen Fortschritt in Richtung gemeinsames Europa zu erkennen und dieser Fortschritt wird, so der Ex-Bundeskanzler, mal schneller mal langsamer auch weiterhin bestehen bleiben.

Gusenbauer erkennt an den vergangenen zwanzig Jahren, dass Europa durch viele Verträge (wie zB. Binnenmarkt, Schengengebiete) immer einiger geworden ist. Es sei jedoch durch immer neue Erweiterungen immer schwieriger, diesen Zusammenhalt auch in Zukunft ordentlich zu organisieren. Die Tatsache, dass die EU oft als Sündenbock verwendet wird, macht diese Aufgabe nicht leichter.
Auf die Frage, ob wir 2050 die „Vereinigten Staaten von Europa" haben, antwortet Gusenbauer, dass er es durchaus für möglich halte, da sich die Europäische Union seit der Entstehung an den USA misst. Für das Amt des EU- Präsidenten würde der Ex- Bundeskanzler zumindest 2050 nicht mehr kandidieren. (Michael Puttinger)

  • Gusenbauer: Wer hätte vor vierzig Jahren daran gedacht, eine gemeinsame Währung zu haben?
    foto: michael puttinger

    Gusenbauer: Wer hätte vor vierzig Jahren daran gedacht, eine gemeinsame Währung zu haben?

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