Alfred Gusenbauer - Mensch oder Politiker?

2. Februar 2009, 10:02
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Er hat den Raum betreten, als wäre er ein guter Freund, ein ganz normaler, unwichtiger Mensch, sich der Tatsache bewusst, dass er es mit Jugendlichen zu tun hat, und nicht - wie sonst wohl meistens - mit anderen erfahrenen Politikern. Seine Zeit war bis Punkt 12 Uhr kalkuliert - um 11:51 wurde die letzte Frage gestellt, die geplant war. Er scheint, gut organisiert zu sein, anpassungsfähig und durchaus auch jugendlich zu sein - aber doch ist nicht zu übersehen, dass er Politiker ist. Seine Art zu reden, seine Angewohnheit, Gesten zu machen, der intensive Augenkontakt mit den Zuhörern - Eigenschaften, die man bekommt, wenn man geübt ist, wenn man gewohnt ist, Publikum zu haben.

Die Tatsache, dass er ohne gefragt worden zu sein, ein lauwarmes Leitungswasser und einen Kaffee verlangt hat, lässt darauf schließen, dass er es gewohnt ist, bedient zu werden. Die Reaktion auf die Anfrage nach einem Gruppenfoto nach der Diskussion lässt darauf schließen, dass er gewohnt ist, dass sich alle nach ihm richten. Die immer wiederkehrenden Erzählungen aus seiner eigenen Jugend lassen darauf schließen, dass er manchmal gerne wieder jung sein würde und nicht wegen seines politischen Engagements sondern wegen verrückter Ideen oder Streit mit Lehrern im Mittelpunkt stehen würde wollen. Ein Politiker - ohne Frage - aber doch auch nur ein Mensch. (Arleen Duit)

 

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