Facebook möchte über Nutzerdaten Geld machen

2. Februar 2009, 08:12
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"Engagement Ads" sollen dem Social Network neue Finanzquellen erschließen - Neues Umfrage-Tool

Facebook hat am Weltwirtschaftsforum in Davos ein neues Tool präsentiert, mit dem das Social Network Gewinn aus den persönlichen Daten seiner 150 Mio. Nutzer schlagen will. Die Idee, dass Werbeeinschaltungen genau auf das Profil des Facebook-Nutzers angepasst werden könnten, hat das Unternehmen bisher nicht erfolgreich umsetzen können. Mit dem neuen Umfrage-Tool, das fast in Echtzeit Ergebnisse liefert, soll das nun anders werden, berichtet der Telegraph. Damit können Unternehmen gezielt Leute aus der gewünschten Zielgruppe nach ihrer Meinung fragen. Viele Marktforscher meinen, dass ein Millionenpotenzial in den persönlichen Daten liegt, die Facebook-Nutzer auf ihren Profilen preisgeben.

Nutzung

Das neue Umfragesystem nennt sich Engagement Ads und nutzt die Angaben, die Nutzer über sich selbst machen, um bestimmte Zielgruppen zu erreichen. Dabei werden nicht nur Daten wie Geburtstag oder Herkunftsland, sondern auch sehr persönliche Informationen wie Familienstand oder sexuelle Orientierung miteinbezogen. Um das Umfragesystem zu präsentieren, hat Facebook am Weltwirtschaftsforum in Davos eine Demonstration von Engagement Ads geboten. Palästinensische und israelische Facebook-Nutzer wurden gezielt ausgewählt, um ihnen eine Frage über Weltfrieden zu stellen. Dann wurden 120.000 Nutzer aus den USA gefragt, was sie vom Wirtschaftspaket von Präsident Obama halten. Nur wenige Minuten später lagen bereits Ergebnisse der Umfrage vor.

Reaktion

Die Reaktionen auf das Umfrage-Tool waren überwältigend positiv, meint Randi Zuckerberg, Schwester des Facebook-Gründers, die für globales Marketing zuständig ist. "Zu mir sind sehr viele Menschen gekommen, die mir gesagt haben, dass das Tool für ihr Unternehmen unglaublich wäre. Ich denke ihnen gefällt, dass sie die Ergebnisse der Umfragen sofort zur Verfügung haben", erklärt Randi Zuckerberg. Das System Engagement Ads hat Facebook bereits an CareerBuilder, ein globales Rekrutierungsunternehmen für Akademiker, verkauft und AT&T, der US-Telekomgigant, testet das System gerade. Bisherige Versuche, aus persönlichen Daten der Facebook-User Profit zu schlagen, sind an Protesten gescheitert. Ein Service, das alle Freunde eines Users von dessen Einkäufen auf Partnerseiten informiert hat, wurde nach kurzer Zeit wieder eingestellt, nachdem Facebook-User eine Kampagne dagegen gestartet hatten. (pte)

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