Phelps drei Monate gesperrt

6. Februar 2009, 06:29
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Der US-Schwimm-Star verliert wegen Foto mit Marihuanapfeife auch Sponsor-Vertrag mit Kellogg

Tampa/Florida - Wegen eines Fotos mit einer Marihuana-Pfeife darf US-Schwimm-Star Michael Phelps drei Monate lang nicht an Wettkämpfen teilnehmen. Der US-Schwimmverband sperrte Phelps am Donnerstag für die kommenden Wochen. Der Schwimmer habe dies freiwillig akzeptiert, erklärte der Verband. Es habe keine Verstöße gegen Anti-Doping-Regeln gegeben, hieß es in der Erklärung weiter. "Doch wir haben uns entschlossen, Michael eine klare Botschaft zu senden, da er so viele Menschen enttäuscht hat."

Sponsor Kellogg will Vertrag nicht verlängern

Sponsor Kellogg kündigte an, seinen Ende Februar auslaufenden Vertrag mit Phelps nicht zu verlängern. Das Verhalten des Sportlers stehe nicht in Einklang mit dem Image des Unternehmens. Die meisten Sponsoren halten jedoch weiter zu dem Schwimmer, der bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 acht Goldmedaillen gewann.

Das Foto in der britischen Boulevard-Zeitung "News of the World" hatte weltweit für Wirbel gesorgt. Medaillen-König Phelps entschuldigte sich für sein Verhalten, das er als bedauerlich und als schlechte Entscheidung bezeichnete. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) akzeptierte die Entschuldigung.

"News of the World" zufolge wurde das Foto auf einer Party im vergangenen November aufgenommen, als Phelps die University of South Carolina besuchte. In dem Bericht hieß es an keiner Stelle, dass Phelps Marihuana geraucht habe - wohl aber an einer Pfeife gesogen habe, die typischerweise für das Rauchen dieser Substanz verwendet wird.

Keine Konsequenzen der Doping-Jäger

Der Chef der US-Anti-Doping-Agentur, Travis Tygart, bezeichnete die Handlung von Phelps als "enttäuschend und schrecklich", zu einem gewissen Grad habe er die Welt enttäuscht. "Der Genuss von Marihuana wird, ob das nun richtig oder falsch ist, außerhalb von Wettkämpfen von uns nicht bestraft. Wenn er in einem Bewerb positiv getestet worden wäre, würden wir Maßnahmen gegen ihn ergreifen", erklärte Tygart gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Der US-Schwimmverband brachte seine Enttäuschung zum Ausdruck. Die Olympiasieger seien Vorbilder, zu denen viele Leute, vor allem aber junge Fans aufblicken würden. "Wir müssen feststellen, dass niemand perfekt ist. Wir hoffen, dass Michael daraus lernt und sich auf eine positive Art weiterentwickelt", hieß es in einer Stellungnahme. Das Olympische Comitee der USA äußerte sich ähnlich und hofft, "dass Michael künftig ein Vorbild ist, wie wir es von großen Champions erwarten". (APA/dpa/AP)

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