Blutige Zwischenfälle beim Wahlkampfauftakt

1. Februar 2009, 19:59
posten

Mehrere Menschen durch Schüsse verletzt - Wahl findet im April statt

Johannesburg - Der Wahlkampf in Südafrika ist von blutigen Zwischenfällen in der Provinz KwaZulu-Natal überschattet worden. Bei Kundgebungen der rivalisierenden Inkatha-Freiheitspartei sowie des regierenden Afrikanischen National-Kongress (ANC) in dem Ort Nongoma wurden am Wochenende mehrere Menschen durch Schüsse verletzt. Am Sonntagabend wurden ein ANC-Abgeordneter sowie zwei Frauen auf der Fahrt von einer Kundgebung beschossen und schwer verwundet, gab die Polizei bekannt. Sechs weitere ANC-Anhänger waren zuvor verletzt worden, als ihre Busse von mutmaßlichen IFP-Anhängern attackiert wurden. Die IFP bestritt jedoch eine Beteiligung ihrer Anhänger. Am Vortag war bereits ein ANC-Mitglied in einem Parteibüro ins Bein geschossen worden.

Wahl im April

In Südafrika finden im April die vierten demokratischen Wahlen seit dem Ende der Apartheid statt. Ein genauer Termin steht aber noch nicht fest. Die Wahlkundgebungen der großen Parteien fanden am Wochenende unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen mit rund 500 Polizisten statt. Sie setzten Gummigeschosse gegen Demonstranten ein. Mehrere Fahrzeuge wurden nach Angaben des Fernsehens mit Steinen beworfen.

Nach dem Unfalltod eines Passanten durch einen VIP-Konvoi mit Leibwächtern von ANC-Präsident Jacob Zuma forderte die größte Oppositionspartei Demokratische Allianz (DA) eine Untersuchung, weil der Konvoi angeblich mit sehr hoher Geschwindiglkeit unterwegs war.

VIP-Konvois von Politikern oder Bürgermeistern haben durch rabiates Verhalten in den vergangenen Wochen wiederholt für negative Schlagzeilen gesorgt. Die Demokratische Allianz hatte am Wochenende im Johannesburger Township Soweto zum Auftakt ihres Wahlkampfes erklärt, sie strebe einen Wandel an und wolle bei einem Wahlsieg eine offene Gesellschaft mit Chancengleichheit für alle garantieren. (APA/dpa)

Share if you care.