Ganzjahresski-
hüttenhinauffahrer

1. Februar 2009, 16:35
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Caddy Life: Es sprach sich herum, dass man bei VW mehr Auto für weniger Geld kaum kriegen wird. Nun setzt man eins drauf: 4motion. Also Allrad

Ökokrise. Finanzkrise. Immobilienkrise. Mobilen-, also Autokrise. Staatsschuldenkrise. Vertrauenskrise. Winterkrise. Vor lauter Krise weiß man ja bald schon mehr weder ein noch aus. Es ist dies deshalb die Zeit, in der Menschen neue Autos ganz besonders nach Vernunftkriterien auswählen, der Trend zum Preis-Wert-Auto ist unübersehbar. Auf der Suche nach einem modernen Neufahrzeug zum moderaten Preis, bei dem einen also nicht der Geldverleiher der Bank mit dem nassen Fetzen bei der Tür hinausjagt, muss man nicht zwangsläufig bei Dacia landen (obwohl das immer mehr tun).

Es geht auch eine Liga darüber: Volkswagen etwa hat da seit 2004 den Caddy im Angebot (die Pkw-Version heißt Caddy Life), sehr viel Auto für - nach VW-Kriterien - sehr wenig Geld. Über 650.000 Fahrzeuge dieser Baureihe konnten die Wolfsburger bereits an den Mann und die Frau bringen, ein Erfolg, mit dem in diesem Ausmaß niemand wirklich gerechnet hatte, weiß man glaubhaft zu versichern. Nun schiebt man konsequenterweise noch die Ganzjahresskihüttenhinauffahrer-Version nach, die Allradversion also, den Caddy 4motion.

In nur einem Jahr Entwicklungszeit, berichten die VW-Techniker bei der Präsentation ihres Neulings dieser Tage im Salzkammergut nicht ohne Stolz, habe man die Aufgabe bewältigt - die technisch ein bisserl komplexer war, als dies den Anschein hat. VW Caddy Life 4motion heißt demnach: Allrad vom VW-Hauslieferanten aus Schweden (Haldex), 1,9-Liter-Pumpe-Düse (rümpfen Sie nicht die Nase: ist hier gut geräuschgedämmt und nach wie vor ein sehr sparsames Aggregat), Sechs-Gang-Schaltung, zwei Schiebetüren sowie Platz ohne Ende (für fünf Insassen und bis zu 3020 Liter Kofferraum!), trotz immer noch halbwegs kompakter 4,41 m Länge.

Da die Salzkammergutler es netterweise frisch hatten schneien lassen, konnten wir uns auch gleich in der Praxis davon überzeugen, wie sinnvoll für weite Gebiete des ländlichen Österreich dieses Gefährt sich in Szene zu setzen weiß. Beim Losfahren auf winterlicher Fahrbahn bergauf war obendrein der Berganfahrassistent behilflich. Das ist nicht etwa ein freundlicher Herr, der einem hilft, mit einem Berg zu kollidieren, weil der beispielsweise die freie Sicht zum Mittelmeer versperrt und deshalb endlich verschwinden soll, sondern eine hilfreiche Idee, die einem das Hantieren mit der Handbremse erspart. Wie man hört, wissen das viele Kunden zu schätzen.

Diejenigen, die nun auf den Allrad-Caddy-Life schielen, werden ferner die moderate Aufpreispolitik gegenüber dem Fronttriebler zu schätzen wissen. Brutto kostet die "4motion"-Plakette am Heck etwa 2100 Euro mehr als die diesbezüglich nackerte Version, weshalb Importeur Porsche Austria damit rechnet, dass künftig rund 20 Prozent aller Life-Auftritte auf allen vieren getrieben werden.

VW generell will mit diesem Fahrzeug davon profitieren, dass es keine direkte Konkurrenz gibt - weder Renault Kangoo noch Peugeot Partner / Citroën Berlingo oder Fiat Doblo sind mit Allradantrieb erhältlich - weshalb, was die Wolfsburger natürlich genussvoll kundtun, die Nachfrage nach dem 4motionalisierten Caddy nicht nur in den Alpen- und skandinavischen Ländern enorm ist, sondern auch in Frankreich und Italien.

Fazit: Ein durchgehend vernünftiges Angebot. Da kommt ja selbst die Krise in die Krise. (Andreas Stockinger/DER STANDARD/Automobil/30.01.2009)

  • Caddy Life 4motion, auf dem Weg zur Skihütte.
    foto: stockinger

    Caddy Life 4motion, auf dem Weg zur Skihütte.

  • Für Schiebetüren gibt es eine rasant wachsende Fangemeinde.
    foto: stockinger

    Für Schiebetüren gibt es eine rasant wachsende Fangemeinde.

  • Unauffällig, aber auch nicht ungefällig designt, dazu solide Technik.
    foto: stockinger

    Unauffällig, aber auch nicht ungefällig designt, dazu solide Technik.

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