Zweites Springen in Sapporo abgesagt

1. Februar 2009, 10:20
2 Postings

Starker Wind verhinderte einen Bewerb in Japan

Sapporo - Erstmals in dieser Saison und erstmals überhaupt in Sapporo ist am Sonntag ein Weltcup-Skispringen abgesagt worden. Nach Stunden langem Zuwarten gaben die Veranstalter am WM-Ort 2007 auf und mussten wegen starken Windes erstmals in der Geschichte des traditionellen Springens ohne Wertung ausgekommen. Der weite Trip nach Japan hat sich so nur für die Österreicher ausgezahlt.

"Es war zäh. Wir waren 20 nach 09:00 Uhr an der Schanze und um 13:30 Uhr haben sie abgesagt", berichtete ÖSV-Co-Trainer Marc Nölke gegenüber der APA. Lediglich zwei Vorspringer konnten am zweiten Tag über die WM-Schanze von vor zwei Jahren gehen. "Wir nehmen die maximale Ausbeute mit nach Hause, wir sind vermutlich die Einzigen, für die es sich ausgezahlt hat."

Österreichs "Superadler" hatten ja am Samstag durch Gregor Schlierenzauer, Thomas Morgenstern und Wolfgang Loitzl den ersten Dreifach-Sieg der Saison gefeiert und sind heuer auch nach dem zehnten Springen 2009 noch ungeschlagen. Schlierenzauer hält nun bei 19 Weltcup-Siegen, nur noch ein Erfolg fehlt dem erst 19-Jährigen, um mit Andreas Goldberger in der Ewigen-Bestenliste gleichzuziehen.

Nach 18 Bewerben und bereits acht Saisonsiegen führt Schlierenzauer mit 1.420 Zählern und hat für die nächsten Bewerbe einen 172-Punkte-Polster auf den ersten Verfolger, den Schweizer Simon Ammann, der sich kurzfristig doch zum Japan-Trip entschlossen hatte. Ammann war am Samstag Siebenter geworden und hat mit den 36 Punkten verhindert, dass sein Rückstand auf über 200 Zähler anwächst.

Premiere für Team-Tour

Nächster Höhepunkt vor der WM in Liberec vom 18. Februar bis 1. März ist die erste Team-Tour im Weltcup: Sieger der FIS-Team-Tour 2009 ist die Nation, die am Ende die meisten Punkte bei den fünf Weltcup-Konkurrenzen im Skispringen und Skifliegen in Willingen (Team und Einzel), Klingenthal (Einzel) und Oberstdorf (Einzel und Team) gesammelt hat. Das Siegerpreisgeld für das Team beträgt zusätzlich 100.000 Euro, die Aufteilung in der Mannschaft entscheidet das Team selbst.

"Das ist noch eine große Herausforderung auf dem Weg zur WM, es ist auch sehr anstrengend", meinte Nölke. Der Co-Trainer des nicht nach Japan mitgereisten Alexander Pointner konnte über die Besetzung vorerst noch nichts sagen. Allerdings ist es durchaus möglich, dass im Vorfeld der WM noch der eine oder andere eine (Trainings-)Auszeit im Weltcup nimmt.

Der Weltcup-Tross war Sonntagabend noch zu einem Sayonara-Dinner eingeladen, Schlierenzauer und Co. treten am Montag die Heimreise an. (APA)

Share if you care.