Anteil im Tank steigt auf sieben Prozent

1. Februar 2009, 09:00
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Seit heute mehr Agrardiesel in jeder Tankfüllung - Autofahrerklubs befürchten steigende Spritpreise - OMV und Landwirtschaftsministerium wiegeln ab

Wien - Der Anteil an pflanzlichen Rohstoffen im Dieseltank steigt weiter. Mit 1. Februar erhöht sich der Anteil an Agrosprit von fünf auf sieben Prozent. Womit Österreich den höchsten Anteil des Ackertreibstoffes in der EU hat. Die Autofahrerklubs warnen, dass damit das Tanken einmal mehr teurer wird, da Raps & Co teurer sind als fossiler Treibstoff. Keine Angst, meinen wiederum OMV und Landwirtschaftsministerium, die Mehrkosten würden durch die steuerliche Förderung des "Biosprits" abgefangen.

Laut ARBÖ und ÖAMTC haben die Mineralölfirmen die Preiserhöhungen im Vorfeld der Erhöhung der Beimischung bereits teilweise vorweggenommen. Bei Clubs verweisen auf die Erfahrungen in der Vergangenheit, wo es teilweise zu "krassen" Preiserhöhungen gekommen sei. Wie auch immer, die Abhängigkeit vom Ausland reduziert der Agrotreibstoff jedenfalls nicht. Rund drei Viertel der agrarischen Rohstoffe für die Biodieselerzeugung kommen vom Weltmarkt, Herkunft größtenteils unbekannt. Eine Möglichkeit, den Österreich-Anteil zu erhöhen, wäre die massive Nutzung von Altfetten, was aber derzeit nur in sehr geringem Ausmaß stattfindet.

Nach einer anfänglichen Euphorie gibt es inzwischen massive Kritik am Verbrennen von Nahrungsmitteln in Autos. Die Agrotreibstoffe gelten als Preistreiber für Lebensmittel und als Auslöser für Regenwaldrodungen. Da der Regenwald ein wichtiger CO2-Speicher ist und die Herstellung von "Biosprit" energieintensiv ist, ist der ökologische Nutzen umstritten. (APA)

 

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