Aufregung um Schulbuch für den islamischen Religionsunterricht

31. Jänner 2009, 15:46
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Abbildung in dem von Anas Schakfeh bearbeiteten Werk zeigt "Märtyrer" mit Gewehr und Handgranaten

Wien  - Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ), Anas Schakfeh, kündigt im "profil" ein Weiterbildungsprogramm für Religionslehrer an. Darin sollen Grundwerte wie die "absolute Loyalität gegenüber dem Staat, der Rechtsstaatlichkeit, der Demokratie und der Bundesverfassung" neuerlich in Erinnerung gerufen werden. Die Kontrollen sollen verstärkt werden. Die Studie über Demokratiedefizite islamischer Religionslehrer, die Auslöser der aktuellen Diskussion war, hat Schakfeh schon seit Ende des vergangenen Sommers gekannt: "Aber damals hat sich niemand aufgeregt".

"profil" bildet laut eigener Vorabmeldung eine Seite aus einem offiziellen Schulbuch für den islamischen Religionsunterricht an den Volksschulen ab, das Schakfeh persönlich bearbeitet hat. Darauf wird ein "Märtyrer" gezeigt, der gerade am Schlachtfeld stirbt. Bildlegende: "Ein Muslim, der auf dem Weg Allahs und zur Verteidigung der Heimat stirbt, ist ein Märtyrer (Sahid). Er wird von Allah mit dem Paradies belohnt, wie Allah es im Koran versprochen hat." Dabei gehe es um die Geschichte der Belagerung von Medina "und wie die ersten verfolgten Muslime starben - als Märtyrer, wie auch die ersten Christen", erläuterte Schakfeh. Auf dem Bild trägt der Soldat ein Gewehr und Handgranaten.

Schakfeh will dafür sorgen, dass die von ihm bearbeitete umstrittene Illustration in einem Religionsbuch entfernt wird: "Die Optik ist jetzt natürlich schlecht, aber ich hatte diese Darstellung einfach nicht mehr im Gedächtnis. Aber wir sind gerade dabei, alle diese Bücher zu verändern", betont Schakfeh laut Vorabmeldung gegenüber der Tageszeitung "Österreich" (Sonntagsausgabe). Im Zuge dieses Prozesses werde das jetzt veröffentlichte Märtyrer-Bild "sicher entfernt". (APA)

 

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