Skateboard und Marketing

    31. Jänner 2009, 12:24
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    Ollies, Kickflip und Manual sind Tricks, die man recht schnell heraußen hat. Ältere Menschen können ihren geistigen Horizont deutlich erweitern

    Die Geschichte beginnt in einem Gefängnis, ein Mann wird entlassen, tritt aus gleißendem Licht vor das Gefängnistor, wo ein Freund an einen Wagen gelehnt wartet - nein, es ist der Vorspann von Skate 2 (Electronic Arts (EA), für Xbox 360 und PS3, rund 70 Euro, ab zwölf Jahren) und nicht der andere. Statt mit einem Auto, bei dem der Zigarettenanzünder im A... ist, bewegt sich die Hauptfigur hier auf dem Rollbrett.

    Den geistigen Horizont erweitern

    Ollies, Kickflip und Manual sind Tricks, die man recht schnell heraußen hat. Ältere Menschen können ihren geistigen Horizont deutlich erweitern, erfährt man doch, wie die verschiedenen Kunststücke mit dem Skateboard heißen. Die Grafik und das Spielgefühl sind einwandfrei, ist man im virtuellen Skatepark, scheint man die Fliehkräfte manchmal fast spüren zu können. Mühsam sind dagegen zum Teil die Prüfungen, die zu absolvieren sind. Nicht nur, weil der Laie nicht genau weiß, welchen Trick er jetzt eigentlich machen muss, wenn ein Kickflip verlangt wird. Sondern auch, weil man mitunter zehn Minuten probieren muss, bis der Computer zufrieden ist.

    "Ingame Advertising"

    Man muss sich aber nicht sklavisch an die vorgegebenen Prüfungen halten, sondern kann auch durch die große und gut modellierte Stadt düsen. Um dort beispielsweise ein großes Plakat an einem Hochhaus zu sehen, auf dem das Magenta einer Telefonfirma hervorsticht. Und tatsächlich: Der "T-Mobile Sidekick" wird beworben. "Ingame advertising" nennt sich das und ist ja mittlerweile nicht mehr ganz neu. Die Marketingstrategen versuchen aber stets, neue Felder zu betreten.

    Der Adi und der Fußball

    Wie zum Beispiel im Fußballspiel Fifa 09. Dort kommt man am Sportartikelhersteller Adidas praktisch nicht vorbei. Nicht nur, dass die Spielfiguren natürlich die drei Streifen auf Trikot und Schuhen haben. Selbst im Startmenü liest man stets den Markennamen, hat das Spiel doch die "Adidas Live Season" implementiert. Der Sinn der Live Season ist, die Stärke der Konsolen-Kicker via Internet-Updates ständig denen der realen anzupassen. Spielt er auf dem echten Rasen gut, tut er das auch auf dem Monitor. Um das Konzept zu demonstrieren, wurden Journalisten nach München geflogen - dort schoss bei einem Champions-League-Spiel von Bayern München (das zu zehn Prozent Adidas gehört) Miroslav Klose tatsächlich zwei Tore, eine Woche später im Computernachspiel drei. Und das, obwohl er nur im Auftrag von Adidas und nicht dem des Herrn unterwegs gewesen ist.(Michael Möseneder/DER STANDARD, Printausgabe vom 31.1.2009)

    • Düsen, springen, cool sein: Was Rollbrett-Benutzer halt den ganzen Tag in Realität und Konsole so machen.
      screenshot: ea

      Düsen, springen, cool sein: Was Rollbrett-Benutzer halt den ganzen Tag in Realität und Konsole so machen.

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