Für Pilz macht sich Partei "lächerlich"

31. Jänner 2009, 14:42
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Sicherheitssprecher erkennt "persönliche Abrechnung" der Grünen - auch Chorherr kritisiert Entscheidung

Wien - Mit scharfer Kritik an der eigenen Partei wartet der Grüne Sicherheitssprecher Peter Pilz auf: "Eine Partei, die sich vor den Stimmen für Johannes Voggenhuber fürchtet, macht sich lächerlich", meint er auf seiner Webseite zur Entscheidung des Erweiterten Bundesvorstandes, dem bisherigen Europasprecher keinen Listenplatz zuzuweisen. Das Ergebnis von 17:12 gegen Voggenhuber sieht dessen langjähriger Weggefährte Pilz als "persönliche Abrechnung".

Voggenhubers Unterstützer hätten vom gemeinsamen Erfolg gesprochen, Voggenhubers Gegner, warum sie ihn nicht mehr aushalten, berichtet Pilz aus der Sitzung: "Eine Politik der Befindlichkeiten hat über eine Politik, die Wahlen gewinnen und das Land verändern will, gesiegt."

An eine Spaltung glaubt Pilz nicht, legt aber gleichzeitig klar, wer in der Vorstandssitzung für Voggenhuber aufgetreten ist und wer gegen ihn. Vorarlberg, Salzburg, Kärnten und Oberösterreich dürften demnach für den langjährigen Europaparlamentarier eingetreten sein, Wien, Niederösterreich, Burgenland und Steiermark gegen ihn.

Das Resümee von Pilz: "Es war eine Abrechnung und keine Spaltung. Aber schon das ist schlimm genug. Grüne müssen fest auf beiden Beinen stehen. Mit einem Schuss ins Knie wird das etwas schwieriger."

Scharfe Kritik an der Nicht-Berücksichtigung von Johannes Voggenhuber auf der Kandidatenliste für die EU-Wahl übte auch der frühere Grünen-Chef und jetzige Wiener Gemeinderat Christoph Chorherr: "Wären wir ehrlich, würden wir unseren Grundwert 'Basisdemokratie' jetzt in 'Funktionärsdemokratie' umwandeln", meint er in seinem Blog.

Die Persönlichkeit Voggenhubers sieht Chorherr eigenen Angaben zu Folge ambivalent, jedoch: "Wo für mich der Rubikon überschritten ist: Einem, der knapp nicht Erster wurde, nicht zu gestatten, am letzten Platz zu kandidieren." Damit werde zehntausenden Unterstützern Voggenhubers und Grün-Wählern ausgerichtet: "Schmecks, wir der erweiterte Bundesvorstand, wir rund 30 Parteien wissen für Euch zehntausende Wähler, was gut für Euch ist."

Chorherrs Prognose für die Zukunft: "Was jetzt passieren wird? Sehr viele dieser Wähler/innen werden ihre Antwort wissen. Das ist Demokratie." (APA)

 

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