3.350 Klagen wegen Menschenrechtsverletzungen

2. Februar 2009, 10:39
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Verbrechen während des Bürgerkriegs von 1960 bis 1996 - Vorwürfe überwiegend gegen Soldaten und Milizionäre

Guatemala-Stadt - Die guatemaltekische Regierung hat insgesamt 3.350 Klagen wegen Menschenrechtsverletzungen zu Zeiten des blutigen Bürgerkriegs von 1960 bis 1996 eingereicht. Die Klagen richten sich gegen frühere Soldaten, Milizionäre und andere Verdächtige, wie der Direktor des Nationalen Entschädigungsprogramms, Cesar Davila, am Freitag mitteilte. Sie alle würden beschuldigt, die Menschenrechte von mehr als 5.000 Zivilpersonen mit Füßen getreten zu haben.

Die Vorwürfe reichen laut Davila von Vergewaltigung bis zu Massakern. Viele Opfer seien auch spurlos verschwunden. Die Einreichung der Klagen fiel auf den 29. Jahrestag eines Polizeieinsatzes am 30. Jänner 1980, bei dem in der spanischen Botschaft in der Hauptstadt La Nueva Guatemala de la Asuncion 37 Menschen getötet wurden, darunter Bauern vom Volk der Maya. Den Streitkräften und der Polizei in Guatemala wird vorgeworfen, während des langen Bürgerkriegs insgesamt fast 200.000 Menschen umgebracht zu haben.

Eine Wahrheitskommission der Vereinten Nationen kam 1999 zu dem Beschluss, dass 90 Prozent aller Menschenrechtsverletzungen jener Zeit auf das Konto von Soldaten und Milizionären gingen. Das Nationale Entschädigungsprogramm befasst sich derzeit mit mehr als 98.000 einschlägigen Beschwerden. Dem Programm stehen umgerechnet gut 30 Millionen Euro für die Hinterbliebenen der Opfer zur Verfügung. (APA/AP)

 

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